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Quickborner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 20:21 Uhr

Ellerau wählt Dorfchef im Hauptamt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Beschluss SPD-Antrag für Ehrenamt abgelehnt

Die Bevölkerung von Ellerau wird 2017 einen hauptamtlichen Bürgermeister wählen. Der Gemeinderat hat am Donnerstag seinen dahingehenden Beschluss vom 3. März bekräftigt.

Die SPD wollte diese Entscheidung zurücknehmen und weiterhin einen ehrenamtlichen Bürgermeister einsetzen. Der Vorstoß scheiterte allerdings. Bei einer namentlichen Abfrage befürworteten nur die SPD, das Bürger-Forum (BF) und die CDU den Antrag mit zehn Voten, aber eine Mehrheit aus dem Bürgerverein Ellerau (BVE), der Wählergemeinschaft Aktives Ellerau (AE) sowie der in der Sitzung neu gebildeten Fraktion BEK (Hans Bihl, Heiko Evermann, Karl-Maria Kwoll) lehnten ihn mit 14 Nein-Stimmen ab.

Heiner Hahn (BVE) fasste die Argumente seiner Fraktion für die Einführung eines hauptamtlichen Bürgermeisters zusammen: „Es ist eine Investition, die sich nicht kurz-, aber mittelfristig amortisiert.“ Der BVE-Fraktionsvorsitzende Joachim Wehner (erstes Foto) bezeichnete den Schritt als „vorteilhafte Lösung“ für Ellerau. „ Das Amt gewinnt dadurch an Professionalität“, sagte er.

Der amtierende Bürgermeister Eckart Urban (Foto, SPD) beklagte sich über diese Aussage. Sie enthalte versteckte Kritik an seiner Arbeit. „Das ist ein Fauxpas, mir Unprofessionalität zu unterstellen“, sagte er. Ohne seinen Einsatz würden manche Prozesse noch länger dauern. Wehner bescheinigte Urban daraufhin eine sehr gute Arbeit. „Aber das wird nach Ihrer Zeit nicht mehr zu bekommen sein“, sagte er. Christian Valerius (BVE) fragte: „Was ist, wenn wir einen ehrenamtlichen Bürgermeister haben, der diese Leistung nicht bringt, und wir damit Geld liegen lassen?“

Urban wies darauf hin, dass die Leitung der Außenstelle Ellerau der Stadtverwaltung Norderstedt fast zwei Jahre lang nicht besetzt war. Kathrin Schwanke übernahm den Posten im Oktober. Sie betonte, dass Urban bisher viele Aufgaben erledigte, die künftig von Verwaltungskräften übernommen werden. Klaus Schlichting (SPD) sah zudem ein Risiko darin, dass sich eine hauptamtliche Kraft gut darstellen, in Verwaltungsfragen aber als inkompetent erweisen könnte.

Hauptargument der SPD für die Ehrenamtlichkeit war das Geld. „Der Landesrechnungshof sagt: Ein hauptamtlicher Bürgermeister führt zu höheren Kosten“, berichtete die Fraktionsvorsitzende Claudia Hansen (Foto). Eine Gemeinde sollte ihn nur einsetzen, wenn eine ehrenamtliche Führung nachweisbar nicht möglich sei. Ellerau leide zudem an einem strukturellen Defizit. Rolf Schröder (CDU): „Wir können uns nichts mehr leisten.“ Hahn betonte: „Das Eigenkapital ist die entscheidende Größe. Das ist bei uns sehr hoch.“

In einer Sitzungsunterbrechung überlegte die SPD, den Beschluss und den Antrag bis zur Kommunalwahl 2018 zurückzustellen. Man solle die Entscheidung über eine ehren- oder hauptamtliche Leitung dem künftigen Rat überlassen. Doch Wehner sah dazu keinen Anlass. „Das sieht so aus, als ob wir uns vor der Verantwortung drücken“, bemerkte er.

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erstellt am 08.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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