zur Navigation springen

Quickborner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Einstimmig beschlossen : Ellerau sagt Lärm den Kampf an

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Bauausschuss befürwortet den neuen Aktionsplan: Flüsterasphalt auf der L76 und nachts Tempo 30, Ruhegebiet im Norden.

Ellerau | Der Lärm in Ellerau hält sich im landesweiten Vergleich eher in Grenzen. Aber in manchen Ecken erreicht er gesundheitsgefährdende Ausmaße. Der Bauausschuss befürwortete am Mittwoch einstimmig einen Lärmaktionsplan bis zum Jahr 2018, um mehr Ruhe einkehren zu lassen. Enthalten sind Anregungen von Behörden.

Vier große Lärmquellen in Ellerau zählte der Ausschussvorsitzende Lars Schmidt-von Koss auf: die Autobahn 7, die Landesstraße 76, die Bahn und den Flugverkehr. Der Schienenlärm gefährde die Gesundheit nicht, erläuterte Anne Ganter vom Amt für Nachhaltiges Norderstedt. Eine Belastung stellten die Bahngeräusche aber tagsüber für etwa 60 und nachts für 30 Ellerauer dar.

Hauptverursacher des Lärms sei der Straßenverkehr. Entlang der L76 und der A7 sind im Jahr 2012 tagsüber Werte von mehr als 65 und nachts von mehr als 55 Dezibel gemessen worden. Ab dieser Grenze sind Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen, erläuterte Ganter. Der aktuelle Lärm entspreche den damaligen Messungen.

Der Geräuschpegel des Straßenverkehrs übersteige tagsüber an den Wohnungen von etwa 30 Ellerauer die kritische Grenze. Nachts müssen doppelt so viele Menschen gesundheitsgefährdenden Krach aushalten. Als Belastung wirke sich der Lärm tagsüber auf 470 Einwohner und damit acht Prozent der Bevölkerung, nachts auf 220 Personen und damit vier Prozent der Ellerauer aus.

Die Nacht als geschützte Zeit

Der Aktionsplan empfiehlt, neue Baugebiete nicht im Bereich des Straßenlärms auszuweisen, und stößt drei Projekte an: Zum einen soll auf der L76 zwischen Friedrichsgaber Straße und Berliner Damm Flüsterasphalt aufgetragen werden. Zum anderen soll auf der Strecke von der Friedrichsgaber Straße bis zur Gronau jeweils von 22 bis 6 Uhr Tempo 30 gelten. Sowohl die Stadt Quickborn, in deren Gebiet die Straße liegt, als auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein befürworteten eine Prüfung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung. An der L76 müsste damit nachts niemand mehr gesundheitsgefährdenden Lärm aushalten.

Ein Bürger hatte eingewendet, dass die Linienbusse bei Tempo 30 ihre Zeiten nicht einhalten könnten. Dem entgegnete die Behörde, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung aber für einen flüssigeren Verkehr sorge. Zwischen 22 und 6 Uhr fahren montags bis freitags acht und am Wochenende zwei Busse.

Drittens soll an der Straße Zum Busch im Norden des Dorfes ein Naherholungsgebiet ausgewiesen werden, damit Ellerauer Lärmquellen entfliehen können. Ein Bürger hatte kritisiert, dass die A7 das Gebiet durchschneidet. Schmidt-von Koss erläuterte: Aufgrund der Lärmschutzwand und des Flüsterasphalts sei das kein Problem. Zudem liege das Gebiet nicht in der Einflugschneise des Flughafens.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 01.Jul.2016 | 12:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen