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Quickborner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:11 Uhr

Ein Fall für die Satire-Sendung : Ein Radweg ohne Zufahrt für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bei Ellerau ist eine Autobahnbrücke mit einem Radweg gebaut worden, der für Fahrradfahrer jedoch unerreichbar ist, denn Leitplanken versperren den Zugang.

Ellerau | Es mutet wie ein Schildbürgerstreich an: Der Bund hat jüngst bei Ellerau eine Autobahnbrücke mit einem Radweg bauen lassen, der für Fahrradfahrer jedoch unerreichbar ist, denn Leitplanken versperren den Zugang.

Radfahrer müssten ihre Drahtesel an dem einen Ende des Bauwerks von der Straße über die etwa einen Meter hohe Planke auf den Radweg und 55 Meter weiter wieder zurück auf den Asphalt heben. „Diese Planke ist nicht vereinbart“, stellte der Vorsitzende des Ellerauer Bauausschusses, Lars Schmidt-von Koss (SPD), in der jüngsten Sitzung fest.

Die Brücke führt im Verlauf des Kadener Wegs (Kreisstraße 24) zwischen Ellerau und Henstedt-Ulzburg über die A7. Es gibt an der Strecke keinen Radweg, was die benachbarten Gemeinden seit Langem bedauern. „Ellerau, Alveslohe und Henstedt-Ulzburg hatten bereits in der Vergangenheit wiederholt dafür geworben, einen kombinierten Geh- und Radweg entlang der K24 zu errichten“, teilte Sylvia Jankowski, Sprecherin des Kreises Segeberg mit. Die Finanzierung war schnell geklärt: Land, Kreis und Gemeinden hätten je ein Drittel zahlen müssen. Der Ellerauer Bürgermeister Eckart Urban (SPD) berichtete, dass sich Kiel, Alveslohe und Henstedt-Ulzburg aber aus der Beteiligung zurückzogen, während sein Dorf in den sauren Apfel biss. Die Gemeinde vereinbarte vor zwei Jahren mit dem Kreis, zwei Drittel der Kosten des Geh- und Radwegs, etwa 250.000 Euro, zu übernehmen. Der Kreis sollte ein Drittel zahlen.

Leitplanken versperren Fußgängern und Radfahrern den Zugang.
Leitplanken versperren Fußgängern und Radfahrern den Zugang. Foto: Frank

Allerdings war die alte Brücke zu schmal für einen Radweg neben der Straße. Urban berichtete: „Der Landrat sagte: Wir wollen das erst in Angriff nehmen, wenn die neue Brücke steht.“ Vor wenigen Wochen ließ sich die Projektgesellschaft Via-Solutions-Nord das zwölf Meter breite Bauwerk abnehmen. In weiser Voraussicht enthält es einen Abschnitt für Fußgänger und Radfahrer – allerdings hinter der Leitplanke, da auch der künftige Geh- und Radweg an der Straße hinter der Stahlkonstruktion verlaufen würde.

Sprecher Christian Merl betonte, dass seine Firma streng nach Plan und Planfeststellung gearbeitet habe. Zudem gäbe es eine Verordnung für Leitplanken. „Sie müssen länger als die Brücke sein“, sagte er. Ansonsten könnten sie nicht verhindern, dass ein von der Straße abkommendes Fahrzeug auf die Autobahn fällt.

Jankowski betonte: Der Radweg auf der Brücke könne erst genutzt werden, wenn dieser im weiteren Straßenverlauf fertiggestellt worden ist. Das Vorhaben sei zwar noch nicht im Radverkehrskonzept des Kreises enthalten, dessen Aktualisierung sei aber vorgesehen. Dazu müssten Grundstücke gekauft und Bäume gefällt werden. Der Fachdienst Tiefbau soll das Projekt 2017 fortführen. Fest steht bereits: Die Kosten wird für den Abschnitt auf der Brücke, etwa 400.000 Euro, wird, wie 2013 beschlossen, der Kreis übernehmen.

Urban will nun mit dieser Behörde verhandeln, das Bollwerk an den Brückenenden aufschneiden zu lassen. „Man braucht nur eine Lücke von 2,50 oder 3 Metern“, sagte er. Nur hinter der Planke wären Radler vor Autofahrern geschützt, die auf der Rampe noch nicht die gesamte Brücke einsehen könnten.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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