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Quickborner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Diskussion in Quickborn : Die Regengebühr wirft viele Fragen auf

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Etwa 40 Bürger besuchen den fünften Informationsabend zum Thema. Die Stadt räumt Kommunikationsproblem ein.

Quickborn | Die Aufregung über die beschlossene Einführung einer Regengebühr in Quickborn ist abgeflaut. Das Interesse an dem Thema ist aber nach wie vor groß.

Wie berichtet, hatten Bürger während des ersten Informationsabends zu dem Thema im Mai ihre Wut über die Gebühr teils unverholen geäußert. Dagegen verlief die fünfte Veranstaltung am Mittwoch im Artur-Grenz-Saal ruhig und war nach 40 Minuten zu Ende. Der Besuch fiel verhältnismäßig gut aus: Im Mai hatte die Stadt etwa 7000 Eigentümer angeschrieben, 350 davon erschienen (fünf Prozent). Diesmal lud sie 600 Quickborner ein, die das erste Schreiben nicht erhalten hatten. 40 Bürger und damit sechs Prozent nahmen das Gesprächsangebot wahr.

Uwe Scharpenberg, Leiter des Fachbereichs Tiefbauten und Kommunalbetriebe, räumte gegenüber dieser Zeitung ein Kommunikationsproblem ein: Etwa die Hälfte der Adressen hatte ein externer Fachmann zusammengestellt und dafür gesorgt, dass pro Eigentümergemeinschaft nur eine Person angeschrieben wurde. Sie musste dann den städtischen Fragebogen zur Erhebung der Entwässerungsflächen im Namen der Nachbarn ausfüllen. „Von rechts wegen braucht man bei einer Eigentümergemeinschaft nur einen anzuschreiben“, so Scharpenberg. Nach Beschwerden verschickte die Verwaltung den Brief aber auch an die anderen Parteien. Nach wie vor muss aber pro Gemeinschaft nur ein Mitglied den Fragenbogen ausfüllen.

Eigentümer müssen darin angeben, von wie viel Quadratmetern ihres Grundstücks Regenwasser in die Kanalisation, in Gräben oder den Garten fließt. Stadtmitarbeiterin Birgit Raphael betonte die Notwendigkeit der Mitarbeit: „Wir wissen nicht umfassend, wer wie entwässert“, sagte sie.

Das Problem

Viele Bürger wissen es auch nicht. Raphael berichtete, dass in einem Fall eine Tiefbauingenieurin Milch in ein Rohr gekippt habe, um zu sehen, wohin der Regen fließen würde. Auch ein Telefonat kann helfen: „Wir können in den Baugenehmigungsakten nachsehen, ob Sie angeschlossen sind“, sagte Raphael. Bürger sollten dazu die Stadtmitarbeiterin Maren Sauter unter Telefon 04106-611229 anrufen.

Auf das Dach steigen müsse niemand. Es gelte die Faustregel: Länge mal Breite des Hauses plus Dachüberstand. Diese Fläche muss in Spalte 3 des Fragebogens angegeben werden. Teilweise wasserdurchlässige Untergründe wie Rasengittersteine werden in Spalte 4 notiert. Wer den Regen von Garage oder Terrasse nicht in das städtische System, sondern in den Garten leitet, soll die Fläche in Spalte 5 eintragen.

Der Stadt entstünden jährlich Kosten für die Oberflächenentwässerung in Höhe von 900.000 Euro. Die Hälfte davon setzt sie pauschal für Wege, Straßen und Plätze an. „Es gibt eine Entscheidung dazu, der wir uns angeschlossen haben. Das ist höchstrichterlich abgesegnet“, so Raphael. Der verbleibende Betrag von 450.000 Euro werden durch die Gesamtzahl der zu entwässernden Quadratmeter geteilt, um den Gebührensatz zu ermitteln. Scharpenberg erläuterte gegenüber dieser Zeitung, dass auch die Stadt ihre Liegenschaften genau ausmesse.

Im September beschlossen

Die Ratsversammlung hatte die Gebühr im September beschlossen. „Die Nachbarkommunen haben sie schon lange“, sagte Raphael. Die Gebühr für ein normales Einfamilienhaus bewegten sich dort zwischen 30 bis 60 Euro pro Jahr. Die öffentliche Entwässerung biete Vorteile: Ein eigenes Regenrückhaltebecken zu bauen sei teuer.

Für überschwemmte Keller und Gärten kommt die Stadt aber nicht auf. „Gegen Rückstau mus man sich selbst versichern“, sagte Raphael.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 12:30 Uhr

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