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Quickborner Tageblatt

28. September 2016 | 17:22 Uhr

Lesung in Quickborn : Die Arno’sche Ästhetik der Kunst

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Karl-Heinz Boyke spricht über Werk seines verstorbenen Lehrers.

Quickborn | Wenn Karl-Heinz Boyke von Walter Arno spricht, redet er sich beinahe in Ekstase. „Ich bin von seiner Persönlichkeit einfach nachhaltig ‚geflasht‘“, sagt der Künstler und lacht. Er und der Kunstverein Quickborn laden für Sonntag, 25. September, nach Quickborn ins Offene Atelier in der Kieler Straße 149 ein. Nach eigenen Worten wird Boyke dann zum „Rundumschlag“ über das Leben und Wirken des im Jahre 2005 verstorbenen Künstlers Arno ausholen, der bis zu seinem Tod 33 Jahre lang in Seeth-Ekholt lebte.

Um 11 Uhr beginnt in den Räumen des Kunstvereins eine Lesung und Diaschau mit Bildern von Arnos Arbeiten, dessen Exponate an verschiedenen Orten im Kreis Pinneberg zu finden sind. „Mir geht es besonders darum, die Arno’sche Ästhetik zu beschreiben“, erläuterte Boyke. Der Künstler hat einen besonderen Zugang zum Schaffen von Arno – immerhin war er während der 1970er- und 1980er-Jahre dessen Assistent.

Arno, ein Schüler des Künstlers Carl Hofer, zeichnete sich durch den Einsatz einer ungeheuren Materialvielfalt aus. Außer Drucken in Negativtechniken und Malereien schuf er auch teils überlebensgroße Skulpturen aus Holz, Bronze, Edelstahl und Beton.

„Für uns ist es auch interessant zu hinterfragen, wie sich Qualität in der Kunst feststellen und messen lässt“, ergänzt Edwin Zaft vom Kunstverein. In einer Zeit, in der die Kunst zunehmend demokratisiert – also jedem zugänglich – sei, müsse es trotzdem Kriterien geben, um den Qualitätsanspruch eines Künstlers sichtbar zu machen. „Arnos Werk ist sehr komplex und impliziert allgemeingültige Werte“, so Boyke. Mit seiner Diaschau und ausgewählten Exponaten, die im offenen Atelier zu sehen sein werden, möchte er eine Einführung in das Gesamtkunstwerk seines Lehrers geben. Als biografisches I-Tüpfelchen präsentiert Boyke einige Kapitel aus seiner Biografie über Walter Arno, die er im kommenden Jahr zu veröffentlichen plant.

Mit den dort beschriebenen Begebenheiten aus seiner eigenen Assistenzzeit möchte Boyke die Erinnerung an den „Alten“, wie er Arno nennt, wach halten. Aber auch biografische Hintergrundinformationen sollen in das Wesen von Walter Arno Einblicke geben. „Er hat als 14-Jähriger im Krieg gekämpft, so etwas geht nicht spurlos an einem Menschen vorbei“, so Boyke. Über Wiedererkennungsmerkmale in Arnos Kunst wird Boyke ebenfalls referieren – wie beispielsweise die ungewöhnlichen Formate, die charakteristisch für viele von Arnos Werken sind.

„Außerdem können wir so die Diskussion über Kunst und ihre Kriterien in Schwung bringen“, sagt Zaft. Die Lesung ist der Auftakt einer Veranstaltungsreihe des Quickborner Kunstvereins, die 2017 fortgesetzt werden soll. Der Eintritt zur Boyke-Lesung ist frei. Ein etwa 50 Seiten starkes Begleitheft mit Auszügen der Biografie kann während der Veranstaltung gegen eine geringe Gebühr erworben werden.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 16:15 Uhr

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