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Quickborner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 23:29 Uhr

Quickborn : Der neue Schiedsmann tritt sein Amt an

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Wechsel: Hans-Jörg Kreuder übernimmt seinen ersten Fall, während sein Vorgänger zurückblickt.

Quickborn | An einen Fall erinnert sich der ehemalige Quickborner Schiedsmann Detlef Mertelsmann besonders gut: Zwei Schwestern lebten auf einem Bauernhof, sprachen aber 40 Jahre lang nicht miteinander. Nach dem Tod der einen Frau wollte deren Tochter eine Wasserleitung durch das Grundstück legen lassen. „Das wollte die andere aber nicht, weil ihr Mann das nicht wollte, der aber schon seit drei Jahren tot ist“, berichtete Mertelsmann. Der 76-jährige konnte nicht schlichten. Die Tochter müsse nun klagen.

15 Jahre lang versah Mertelsmann den Dienst des Schiedsmanns, bearbeitete 95 Fälle schriftlich, zudem 350 sogenannte Tür- und Angelfälle. Mehr als 90 Prozent seiner Klienten besuchte er zu Hause. „Das ist einfacher, wenn man den Baum und die Hecke vor Ort sieht und die Parteien dabei sind“, sagte er.

Ende September übergab Mertelsmann das Amt an Hans-Jörg Kreuder. Wie berichtet, hatte die Ratsversammlung den 65-jährigen pensionierten Steuerbeamten zum Schiedsmann und Wolfgang Brünger sowie Corinna Truffel zu seinen Stellvertretern gewählt. Auch das Amtsgericht Pinneberg stimmte zu. Truffel und Kreuder übernahmen bereits jeweils einen Fall.

Nachdem Kreuder vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen war, suchte er eine neue Herausforderung. „Ich fand die Aufgabe spannend und mir war klar, dass die Leute dafür nicht Schlange stehen“, sagte er. Truffel zog vor einem Jahr von Hamburg nach Quickborn. Sie arbeitet in der Wirtschaftsbehörde der Hansestadt und setzte sich dort jahrelang als Schöffin beim Amts- und Landgericht ein. Die 41-Jährige berichtete, dass sie nach dem Umzug dachte: „Irgendwas muss her.“ Brünger arbeitet bei der Hamburger Innenbehörde. Der 51-Jährige engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als Wahlvorsteher.

Bisher hatte die Stadt zwei Schiedsmänner; der Stellvertreter Peter Müller verabschiedete sich im Juni nach sechs Jahren. Da die Ratsversammlung alle Bewerber für geeignet hielt, stehen den Bürgern nun drei Schlichter zu Diensten. Sie sind zuständig für viele zivil- und einige strafrechtlichen Streitigkeiten. Wer sie einschalten will, muss 60 Euro Vorschuss zahlen. Eine Sprechstunde halten sie an jedem dritten Donnerstag eines Monats ab 17 Uhr im Rathaus ab. Termine lassen sich unter Telefon (0  41  06) 61  10 vereinbaren.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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