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Quickborner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Quickborn : Das Elsensee-Gymnasium will die Schülerzahl einschränken

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Stadt soll die Aufnahmekapazität an der Bildungseinrichtung begrenzen.

Quickborn | Die Aufnahmekapazität des Elsensee-Gymnasiums (ESG) in Quickborn soll begrenzt werden. Aufgrund von Platzmangel soll die Schule künftig im Durchschnitt nur vier fünfte Klassen aufnehmen. Auf diesen Vorschlag einigten sich der Leiter Michael Bülck, Angelika Lahrs, Leiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG), Annette Lutter von der Schulaufsicht für die Gymnasien in den Kreisen Pinneberg und Segeberg, sowie Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) in einem Gespräch. Der Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit soll während seiner Sitzung morgen ab 19 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule, Am Freibad 3-11, zustimmen.

Wie berichtet, erlebte das Gymnasium im Sommer einen Ansturm. Es nahm 145 Fünftklässler und damit 26 Prozent mehr Kinder als vor einem Jahr auf. Erstmals bildete es dazu fünf Eingangsklassen. Dagegen hatte die Schule in den Vorjahren den fünften Jahrgang abwechselnd drei- und vierzügig ausgelegt. Über die Gründe der hohen Nachfrage lässt sich Bülck zufolge nur spekulieren. In Quickborn bietet allein das ESG eine neunjährige Vorbereitung auf das Abitur (G9) an. An der G  8-Schule DBG dagegen sanken die Schülerzahlen während der vergangenen Jahre.

Sollte sich der Ansturm auf das ESG fortsetzen, müsste die Leitung künftig vermehrt Schüler ablehnen, denn Burkhard Arndt, Leiter des Verwaltungsfachbereichs Bildung, schreibt in der von Köppl unterzeichneten Beschlussvorlage: „Aufgrund der räumlichen Kapazitäten wäre eine Fortführung einer solchen Fünfzügigkeit nicht möglich.“

Ralf Gercken, Leiter des Teams Strategie-Management im Rathaus, hatte in der Vergangenheit stets betont, dass das Raumkonzept der anstehenden Sanierung des Schulzentrums-Süd, zu dem das ESG gehört, nur bei einer Dreizügigkeit funktioniert. Die nun vorgeschlagene Vierzügigkeit stellt daher bereits einen Kompromiss dar, wenngleich Bülck berichtete, dass sich die Schülerschaft in der Regel bis zur Oberstufe jeweils auf drei Klassen pro Jahrgang vermindert. Der Jahrgang 11 umfasst aktuell vier Klassen, die Stufen 12 und 13 jeweils zwei Klassen.

Vierzügigkeit kostet Großzügigkeit

Der Kompromiss einer vierzügigen Mittelstufe kostet die Schule jedoch einiges: Sie wird auf einen Teil der mit der Sanierung versprochenen Großzügigkeit verzichten müssen. „Eine durchgehend vierzügige Sekundarstufe I benötigt mehr Klassenräume als gemäß aktueller Planung ab dem Schuljahr 2020/21 zur Verfügung stehen wird“, führt Arndt in der Beschlussvorlage aus. Die Stadt muss sich daher von ihrem Raumkonzept verabschieden: Vier Räume für Doppelgruppen im geplanten Zwischenbau sollen „auf Dauer als zwei Klassenräume vorgehalten werden“, so Arndt. „Weiterhin müsste das Gymnasium immer dann, wenn die gesamte Sekundarstufe I vierzügig ist, auf das Berufsinformationszentrum verzichten und dort eine Klasse unterbringen“, heißt es in dem Papier. Ein großer Gruppenraum lasse sich für kleine Klassen nutzen. Platz für weitere zwei bis drei Klassen ließe sich schaffen, indem die Oberstufenschüler auf feste Räume verzichteten und von Stunde zu Stunde wanderten. Das Lernatelier und das Schülerlabor sollen aber als solche genutzt werden.

Noch schwieriger werde sich die Zeit der Sanierung gestalten, die Mitte 2020 abgeschlossen sein soll. „Hier wird es voraussichtlich erforderlich sein, dass zeitweise einige Klassen in die Goethe-Schule ausgelagert werden“, ist in der Vorlage zu lesen. Wie berichtet, soll die Goethe-Schule 2020 in das Schulzentrum-Süd umziehen. Der Elternbeirat sprach sich stets dagegen aus und argumentierte unter anderem damit, dass das ESG den Platz selbst brauche.

Arndt rechnet damit, dass die Politik morgen vor allem über zwei Worte diskutieren wird: Laut Beschlussvorschlag soll das ESG „im Mittel“ auf eine Vierzügigkeit begrenzt werden. Diese Formulierung würde der Schule erlauben, nach einem dreizügigen Eingangsjahrgang auch einmal fünf fünfte Klassen aufzunehmen.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 12:15 Uhr

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