zur Navigation springen

Quickborner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Gutachten : Bald Engpass an Schulen in Quickborn

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Gutachter: Privatschule zwingend nötig

An den Quickborner Schulen soll es bald eng werden. Die Schülerzahl wird bis 2020 so stark steigen, dass einige Einrichtungen überlastet sein werden, sagt der Ingenieur Peter Kramer (Foto) in seinem Gutachten zur „Bevölkerungs- und Gemeinbedarfsentwicklung der Stadt Quickborn bis zum Jahr 2030“ voraus. „Sie können mit den stadteigenen Schulen ihre Kinder auf absehbare Zeit nicht beschulen“, mahnte er während der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses.

Auch ohne Ausweisung neuer Baugebiete werde die Zahl der Grundschüler von derzeit 720 bis zum Jahr 2020 auf einen Höchststand von 875 Kindern klettern. Die Kapazitäten würden zwar ausreichen, die durchschnittliche Klassenstärke aber von 21 auf 24 Schüler wachsen.

Eng wird es an der Goetheschule, die 2020 in das Schulzentrum-Süd umziehen soll. Sie soll eigentlich zweizügig geführt werden, müsste aufgrund der Schülerzahl aber mehrere Jahre lang jeweils drei Klassen einschulen. Kramer schlägt vor, ihr Einzugsgebiet zu verkleinern, wodurch aber die Grundschule Mühlenberg zeitweise von einer Drei- auf eine Vierzügigkeit ausgeweitet werden müsste. Silke Binger, Rektorin der Goetheschule, wies jedoch darauf hin, dass Eltern eine freie Schulwahl genössen.

Kramer betonte mit Blick auf die Montessori-Grundschule: „Sie sind zwingend auf eine einzügige private Schule angewiesen.“ Die Einrichtung könnte gar nicht groß genug ausgelegt werden. Friederike Rübhausen (FDP) wandte ein: „Ich habe Bauchschmerzen, wenn wir sagen, dass die Privatschule den Karren aus dem Dreck ziehen soll.“ Eltern müssen dort ein Schulgeld zahlen.

Am Elsensee-Gymnasium werden Kramer zufolge mittelfristig sechs Unterrichtsräume fehlen. Grund: Die Mittelstufe soll von 560 bis 2028 auf 760 Schüler wachsen. Notwendig sei dann eine Fünfzügigkeit, der aktuelle Umbau schafft aber nur Platz für drei Klassen pro Jahrgang. Ralf Gercken, Leiter des Teams Strategie-Management im Rathaus, betonte, dass das Raumkonzept für das ESG nur bei einer Dreizügigkeit funktioniere.

Eng wird es auch am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Die Sekundarstufe 1 soll von aktuell 530 bis 2028 auf 720 Schüler wachsen. Die drei- bis vierzügige Schule müsste Kramer zufolge langfristig fünfzügig geführt werden. An der Comenius-Schule werde sich das Niveau kaum verändern. Insgesamt soll die Zahl der Fünft- bis Zehntklässler soll von derzeit etwa 1800 bis 2028 auf zirka 2400 Schüler steigen.

Erleichterung schaffen könnte die Einführung einer Oberstufe an der Caspar-Voght-Gemeinschaftsschule in Rellingen. Gercken hält es für möglich, dass Bönningstedter Schüler dann nicht mehr nach Quickborn, sondern nach Rellingen fahren. Abzuwarten sei zudem der Schulentwicklungsplan des Kreises. Die Zahlen könnten von Kramers Gutachten abweichen. Er schlug eine jährliche Überprüfung der Entwicklung vor.

Die Quickborner Kapazitäten für die Oberstufe beschreibt Kramer als ausreichend bis 2030. Er wird sein Gutachten am Dienstag, 19. Juli, ab 19 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule, Am Freibad 3-11, erneut vorstellen.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Jul.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen