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Quickborner Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:28 Uhr

Kenny sucht eine Teststrecke : Achtjähriger aus Ellerau startet mit ferngesteuerten Autos bei Wettkämpfen auf Europaebene

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Auf der Rangliste des Deutschen-Minicar-Clubs für die Sportkreismeisterschaft-Nord steht Kenny in der Klasse der Elektro-Offroad-Wagen mit Vierradantrieb (ORE4WD) auf Platz 7 von 18.

Ellerau | Kenny Bender fährt einen heißen Reifen. Der achtjährige Ellerauer startet mit ferngesteuerten Rennautos bei Wettkämpfen auf Europaebene. „In unserer Region gehört er zu den Schnellsten“, sagte sein Vater David Bender gestern.

Auf der Rangliste des Deutschen-Minicar-Clubs für die Sportkreismeisterschaft-Nord steht Kenny in der Klasse der Elektro-Offroad-Wagen mit Vierradantrieb (ORE4WD) auf Platz 7 von 18. Bei den Wagen mit Zweiradantrieb (ORE2WD) wird er auf Platz 5 von 16 gelistet. Da bei den Wettkämpfen Fahrer aus allen Altersgruppen gegeneinander antreten, führt die Tabelle sämtliche Teilnehmer gemeinsam auf. Verglichen mit den Unter-15-jährigen Piloten ist Kenny in der ORE4WD-Klasse der Drittschnellste und in der ORE2WD-Klasse der Zweitschnellste zwischen Flensburg und Hann. Münden (Niedersachsen). „Es gefällt mir zu gewinnen“, sagte er.

Seine beiden Flitzer des namhaften tschechischen Herstellers XRAY im Maßstab 1:10 haben eine Länge von etwa 36 Zentimetern und eine Breite von ungefähr 25 Zentimetern. „Das sind Profifahrzeuge“, erläuterte David Bender. Etwa 1000 Euro koste der Wagen mit Vierradantrieb. Der 32-jährige Vater von drei Kindern freut sich, dass XRAY Kenny im April in das Germany-Junior-Team aufgenommen hat und damit sponsert.

„Wenn man’s drauf anlegt, fahren die Autos 150 Kilometer pro Stunde“, schätzte David Bender. Auf den kurvigen Rennstrecken sei aber nur Tempo 60 bis 80 zu erreichen. Auf die Geschwindigkeit allein kommt es dabei nicht an. „Man muss genau und fehlerfrei fahren“, erklärte er. Die Weltmeister ließen ihre Wagen präzise wie Maschinen über die Strecken gleiten. „Je unspektakulärer es aussieht, umso schneller ist es“, so Bender.

Es kommt auf Justierung des Fahrgestells an

Der Erfolg hängt aber nicht nur vom Piloten, sondern auch von der Justierung des Fahrwerks ab. „Man muss Erfahrung haben, um das Auto je nach Untergrund richtig einzustellen“, erläuterte David Bender. Der Härtegrad der Bauteile wirke sich ebenso auf das Fahrverhalten aus wie die Ölsorte im hydraulischen Stoßdämpfer. Vor einem Wettbewerb ruft er Leute an, die an der Strecke wohnen und fragt sie nach deren Beschaffenheit. „Dann stelle ich das Auto danach ein“, sagte er.

Mit zwei Jahren hielt Kenny zum ersten Mal eine Fernsteuerung in der Hand. Als Vierjähriger fuhr er sein erstes Rennen. Inzwischen gehen sein Vater und er etwa zweimal im Monat auf die Piste. Fünfmal nahm Kenny bereits an der privatfinanzierten Euro-Offroad-Series teil. Am Wochenende vom 20. und 21. August tritt er erstmals bei den Deutschen Meisterschaften für die 4WD-Klasse in Hürtgenwald und am Wochenende vom 3. und 4. September bei der Deutschen Meisterschaft in der 2WD-Klasse in Langenfeld (beides in Nordrhein-Westfalen) an. Die Spitzenfahrer verdienen mit dem Sport ihren Lebensunterhalt. Das ist auch Kennys Ziel.

Für eine Trainingsstrecke sucht David Bender zurzeit ein Grundstück in Ellerau. Kenny übt bereits beim RC-Glashaus in Quickborn an der Ulzburger Landstraße. Bender möchte darüber hinaus eine Trainingsstrecke an die Wettbewerbe anpassen können. Er will dazu auf dem Grundstück Sand sowie Kies aufschütten und darüber einen speziellen Kunstrasen ausrollen. Zudem braucht er einen Stromanschluss, denn die Akkus halten bei voller Leistung nur etwa sieben Minuten lang. Angebote an Telefon 0152-53517571.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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