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Quickborner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:35 Uhr

Quickborn : 80 Gäste beim „Schumann-Marathon“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Schumanns Trios für Klavier, Violine und Violoncello bislang kaum in Konzertsälen gespielt.

Quickborn | „Ich danke Ihnen, dass Sie so lange ausgehalten haben“, sagte Eberhard Hasenfratz, Vorsitzender der Freunde der Kammermusik Quickborn, zum Schluss des Schumann-Marathons am Sonntag im Artur-Grenz-Saal. Das Klavierquartett, -quintett und alle -trios von Robert Schumann begeisterten etwa 80 Gäste. Ausführende waren das „Hamburg Trio and friends“ mit Mitsuru Shiogai, Violine (Philharmonisches Staatsorchester Hamburg), Vytautas Sondeckis, Violoncello (NDR Sinfonieorchester), Eberhard Hasenfratz, Klavier (Universität der Künste, Berlin), Bettina Rühl, Bratsche, und Algirdas Sochas, Violine.

Hasenfratz erklärte, dass Schumanns Trios für Klavier, Violine und Violoncello bislang kaum in Konzertsälen gespielt wurden, im Gegensatz zu seinem Klavierquartett und dem -quintett. Die sich veränderte gesundheitliche Verfassung des Komponisten wurde in den Stücken deutlich. Die Interpreten spielten mit Inbrunst und ließen die Freude am Musizieren deutlich werden. Das vor der Pause an dritter Stelle dargebotene Klaviertrio Nr. 1 begann mit Energie und Leidenschaft, wurde erst lebhaft, dann in langsamen Tempo innige Empfindung aus und endete feurig. „Wie schön, dass sie dieses Stück vor der Pause ausgesucht haben, da ist so viel Freude drin“, sagte eine Zuhörerin auf dem Weg ins Foyer und strahlte.

Nach der Pause folgte das Klavierquartett. Schumann komponierte sein einziges Klavierquartett in Es-Dur, op. 47, als letztes größeres Werk in seinem sogenannten Kammermusikjahr 1842, das er mit der ihm eigenen Schnelligkeit in nur fünf Wochen entwarf und instrumentierte. Die vier Sätze des Klavierquartetts sind in sich und untereinander thematisch eng verwoben.

Zum Schluss des Marathons gab es das Klavierquintett Es-Dur op. 44, das Schumann 1842 in nur fünf Tagen geschrieben hatte und das im Januar 1843 uraufgeführt wurde. Es war seiner Frau Clara gewidmet, die feststellte, „es sei ein Werk voll Kraft und Leben“. Hasenfratz erläuterte: „Dieses Werk war stilprägend. Es begründete die Gattung des Klavierquintetts, war sozusagen der Prototyp.” Mit dem „Hamburg Trio und friends“ hatten die Kammermusikfreunde hervorragende Musiker auf die Bühne in Quickborn gebracht. Es war ein tolles musikalisches Fest, das mit den drei Trios begann, fulminant mit dem Quintett endete und mit großem Beifall und Bravorufen schloss.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 13:00 Uhr

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