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Quickborner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

266 Künstler zeigen ihr Können

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Zwei neue Ausstellungen und ein Aktionskunstprojekt verleihen Quickborn während des Kreiskulturwochenendes Farbe

266 Künstler, drei Tage, drei Plätze, eine Stadt: Quickborn steht ab morgen im Zeichen der Kunst. Die Stadt bildet einen von 16 Veranstaltungsorten des Kreiskulturwochenendes.

Edwin Zaft, Leiter des Offenen Ateliers Quickborn, freut sich auf Begegnungen zwischen Werken, Betrachtern und Künstlern. „Kunst ist immer ein Anlass, über das Leben zu reden. Man kann von Exponat zu Exponat gehen, um einen neuen Blick auf das Leben zu erhalten“, sagte er gestern.

Der Illustrator, Grafik-Designer und Maler wird in seinen Räumen an der Kieler Straße eine Ausstellung unter dem Titel „farbfest“ eröffnen. Eine Foto- und Gemäldeschau im Atelier „Kunst und Pferd“ am Klingenberg steht unter dem Motto „Vergänglichkeit“. Das spektakulärste Projekt aber steigt auf dem Rathausplatz: Etwa 250 Kinder der Grundschule Mühlenberg werden dort am Freitagvormittag als Aktionskünstler antreten und die Pflastersteine bunt anmalen (diese Zeitung berichtete). Marianne Gehrke, Vorsitzende des Kunstvereins Quickborn, regte das Vorhaben an. „Kunst ist nicht das Bild an der Wand, sondern inspiriertes Denken“, betonte sie.

Der Titel „farbfest“ der Schau im Offenen Atelier ist mehrdeutig: Gehrke und Zaft laden Besucher zu einem Farbenfest mit farbfesten Künstlern ein. Die 13 künstlerisch schaffenden Mitglieder des 29-köpfigen Kunstvereins Quickborn stellen erstmals gemeinsam aus.

„Die Bilder sind alle nicht bekannt“, kündigte Gehrke an. Zu sehen sind figürliche und abstrakte Motive sowie halb-abstrakte Landschaften. Die Künstler arbeiten in Öl und Acryl, auf Papier und Leinwand. Hans-Werner Seyboth trägt Farbstiftzeichungen bei, Ingrid Friedrichsen Skulpturen und Cristine Grandt Objekte aus Fundstücken. Aus Quickborn wirken Brigitte Stoll, Mari Treder, Gönna Warncke, Ingrid Weber-Thies, Seyboth und Zaft mit. Aus Timmendorf, Henstedt-Ulzburg, Hamburg und Bönningstedt kommen Michael Heine, Ute Höller, Alice Kaufmann, Uschi McGurty, Gabi Wolff, Friedrichsen und Grandt dazu. „Wir wollen nicht das Bild über dem Sofa verkaufen, sondern Denkanstöße geben“, hob Gehrke hervor.

Die Spannung zwischen Schönheit und Vergänglichkeit erlebt die Künstlerin und Berufsreiterin Ingeborg Körber besonders beim Pferdesport: „Unter Profis sagt man immer: ‚Heute ging das Pferd schön.‘ Es ist unglaublich vergänglich“, sagte sie. In ihrem Atelier „Kunst und Pferd“ stellen Körber, die Quickborner Malerin Anita Schreiber und die Norderstedter Fotografin Angelika Löffler am Wochenende erstmals gemeinsam aus.

Körber begründete ihre Motivation für die Schau. „Kaum einer kauft meine Bilder. Trotzdem möchte ich sie zeigen, um mit Menschen in Austausch zu treten.“ Sie zeigt Pferde in flüchtigen Bewegungen und morbiden Farben. Ins Auge fällt eine sechsteilige Serie mit dem Titel „Die Heimsuchung“. Körber interpretiert darin das gleichnamige Gemälde des Renaissance-Malers Jacopo da Pontormo (1494 bis 1557). Auf die Stellen, an die sie sich aus Respekt vor dem Künstler nicht heranwagte, klebte sie Joghurtbecherfolie.

Anita Schreiber zeigt drei Gemälde mit Motiven jugendlicher Schönheit, Mode und Natur. Sie regten den Namen der Ausstellung an.

Löffler stellt ihre Fotografien erstmals aus. Ihre Motive heben die Schönheit der Vergänglichkeit hervor: Wolken, Strandgut auf Sylt, verblühende Blüten in Planten un Blomen, das Fenster eines abgebrannten Hauses in Polen. „Etwas Perfektes gibt es an jeder Ecke, aber so etwas ist besonders“, sagte sie.

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erstellt am 28.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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