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Quickborner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 08:51 Uhr

Ärger um aufgestellte Kamera in Ellerbek : 20 Jahre lang Streit am Gartenzaun

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ellerbek | Wenn die Sonne am Wochenende mal scheint, ist es für viele das Schönste das Wetter auf der Terrasse zu genießen. Wäre da nicht der störende Rauch von einem Grill oder die zu hoch gewachsene Hecke. Ellerbeks Schiedsmann Burkhard Braun erinnert sich noch gut an Fälle dieser Art. „Es ging um eine Verschattung durch einen hoch gewachsenen Baum oder auch um Belästigung durch sehr häufiges Grillen“, so Braun. 

Das gemeindliche Schiedswesen dient der Beilegung weniger bedeutsamer strafrechtlicher und zivilrechtlicher Angelegenheiten. Die ehrenamtlichen Schlichter werden als Schiedspersonen bezeichnet. Die Schiedsleute arbeiten für die Streitparteien völlig unparteiisch und fern jeglicher sachfremder Interessen. Sie sind per Eid vor dem Pinneberger Amtsgericht zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ellerbeks Schiedsmann Burkhard Braun ist unter der Telefonnummer 04101-830443 erreichbar.

Besonders mit dem Schattenwurf von  Bäumen oder Hecken sind der Schiedsmann  und seine Stellvertreterin Ingrid Kröger aus Ellerbek häufig konfrontiert: „Verschattung ist ein hohes Gut. So ein Baum ist nicht mal eben schnell gefällt“, sagte Braun ironisch.

In einem seiner Fälle ging es nicht nur um zu hochgewachsene  Hecken. Der Beklagte hatte  Kameras auf seinem Grundstück installiert. Gleichzeitig soll es wüste Beschimpfungen und Anschuldigungen beider Parteien gegeben haben. Das Besondere an diesem Streit: Er geht bereits seit 20 Jahren. „Das Verhältnis war über die Jahre richtig vergiftet. Sie haben sich alles vorgeworfen, was man sich nur vorstellen konnte“, erinnerte sich Braun. Wäre der Schiedsmann mit seiner Kollegin nicht eingeschritten, wäre die Situation laut Braun vermutlich eskaliert. „Das war schon sehr skurril“, sagte Braun. Durch die ständige Beobachtung habe der Ankläger seine Terrasse nicht mehr genutzt. Doch der Fall habe sich glücklicherweise in Wohlgefallen aufgelöst: „Der Beklagte ist kurze Zeit, nachdem wir darüber informiert wurden, weggezogen. Das war für beide Parteien die beste Lösung“, sagte er. 

Doch auch mit Grillgestank haben Ellerbeker zu kämpfen. Bis zu drei Mal die Woche soll die angeklagte Partei gegrillt haben. „Es ging gar nicht wirklich um das Grillen, sondern natürlich um den Rauch, der durch den Standort des Gerätes direkt auf die Terrasse der Ankläger zog“, erinnerte sich Kröger. Mit dieser Angelegenheit das Schiedsamt einschalten zu müssen, sei dem Ankläger überaus unangenehm gewesen. „Der Ankläger sagte mir, dass dies eigentlich gar nicht seine Art sei, er aber nicht weiter wüsste“, sagte Braun. Viele Ellerbeker haben laut Braun sehr viel weniger Hemmungen den Schiedsmann und seine Kollegin einzuschalten. „Manchmal wird es auch missbraucht“, betonte er. Dieser Fall sei dabei eine wohltuende Ausnahme gewesen. Denn er habe sich in einem Tür- und Angelfall gelegt. Dabei sprach Braun mit beiden Parteien und berichtete ihnen die jeweiligen Probleme des Anderen. „Der  Grill wurde an einen anderen Ort gestellt“, erzählte Braun.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 16:15 Uhr

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