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Quickborner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Ferienaktion in Quickborn : 16 Jungen zerlegen zwei Corsa

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

9- bis 13-Jährige schrauben bei einem Autoteilehändler in Norderstedt Motorhauben, Spiegel und Kühler ab.

Quickborn/Norderstedt | Alexander greift sich einen Schraubenschlüssel und schreitet zur Tat. „Ja! Jetzt baue ich die Motorhaube ab“, kündigt der Neunjährige mit lauter Stimme an. Die Kühlerhaube des schwarzen Opel-Corsa steht weit offen. Durch eine große Schutzbrille hindurch nimmt Alexander eine Mutter der Halterung auf der Fahrerseite ins Visier und dreht sie mit kräftigen Handgriffen ab. Auf dem Weg zur Beifahrerseite schnappt sich Marlon das Werkzeug. „Jetzt bin ich dran“, erklärt er und löst die nächsten Muttern.

Gestern, 10.30 Uhr: 16 Jungen scharen sich in einer offenen Halle der Norderstedter Firma Kiesow Autorecycling + Autoteile um zwei schrottreife Opel-Corsas. Das Ziel der 9- bis 13-Jährigen: die Fahrzeuge zu zerlegen. „Versucht euch zu merken, was ihr wo abgebaut habt“, ruft Kathrin Trappberger von der Quickborner Stadtjugendpflege ihnen zu. Sie will mit den Jungen besprechen, welches Teil welche Funktion hat. Ihr Kollege Ersel Cetin und sie hatten erstmals zu der Ferienaktion „Wir zerlegen Autos“ eingeladen. Vincent Domanski, Vincento Ehlers, Emin Abay und Karsten Kruse, der ein freiwilliges soziales Jahr bei der Stadt leistet, unterstützten sie. Das Interesse war groß. Zwei Jungen erhielten keinen Platz.

Marvin (v. l.), Marlon und Jan Philip knöpfen sich das Armaturenbrett vor.
Marvin (v. l.), Marlon und Jan Philip knöpfen sich das Armaturenbrett vor. Foto: Frank
 

Jan Philip beugt sich über den Motor des schwarzen Corsas. Er ist von Autos fasziniert. „Ich gucke mir jeden Tag Videos über neue Modelle auf Youtube an“, sagt er und setzt einen Schraubenschlüssel an eine Mutter an. An dem anderen Wagen versucht Finn den Kühlwasserschlauch zu lösen. „Man kann den Verschluss wie eine Wäscheklammer zusammendrücken“, erklärt er. Sein Vater arbeitet als Lkw-Fahrer. „Ich bin schon öfters mit ihm in der Werkstatt gewesen“, berichtet der 13-Jährige. Mit bloßen Fingern schafft aber auch er es nicht, den Schlauchverschluss zu öffnen. Es gelingt erst mit der Zange, die Paul ihm bringt.

Marlon hat festgestellt, dass es zum Ausbau der Türverkleidung nicht reicht, die Schrauben zu lösen. Mit seinem ganzen Gewicht hängt er sich an die Kunststoffschale, bis sie nachgibt. Mit einem Finger fährt er über die Rückseite und erläutert: „Man sieht überall den abgehärteten Kleber.“ Er kann sich vorstellen, beruflich mit Autos zu arbeiten. „Es macht Spaß, Sachen auseinanderzubauen und zu sehen, was drin ist“, erklärt Marlon. Alexander hat Entscheidendes gelernt: „Dass ich Sachen auseinanderbauen kann.“ Heute wollen die Jungen weiterschrauben. Trappberger kündigte an: Am Ende dürfen sie die Autos auch mit dem Hammer bearbeiten.

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erstellt am 09.Aug.2016 | 12:15 Uhr

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