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Lokales

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Ottenbuettel : Polizei hebt Waffenarsenal auf Resthof aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Panzerfäuste, Handgranaten, Gewehre, Pistolen und Messer unter den Funden.

Eigentlich sollten sie mit richterlichem Beschluss nach unerlaubt gelagertem Abfall suchen – doch was Beamte des Umweltschutztrupps vergangenen Mittwoch bei ihrem Einsatz auf einem Resthof in Ottenbüttel im Kreis Steinburg rein zufällig neben dem Unrat entdeckten, war alles andere als Müll. In dem betroffenen Gebäude fanden die Polizisten überraschend ein umfangreiches Arsenal an illegalen Waffen und Munition, wie die Polizeidirektion Itzehoe gestern mitteilte.

Da die Polizisten neben älteren Gewehren und der dazugehörigen Munition auch Panzerminen und Panzerfäuste entdeckten, forderten sie die zuständigen Beamten der Kriminalpolizei Itzehoe und den Munitionsräumdienst an. Zu Tage beförderten die Einsatzkräfte dabei unter anderem 51 Gewehre, 70 Bajonette, 216 verschiedenartige Messer, sechs Pistolen, neun Säbel und Degen, ein Sturmgewehr, Panzerminen und Handgranaten. Wegen der Größe des Gebäudekomplexes erstreckte sich die Durchsuchung noch bis zum Freitag der vergangenen Woche.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei haben der Besitzer des Objektes, ein 52-jähriger Pinneberger, und sein 53-jähriger Bruder die Fundstücke aus Sammelleidenschaft angeschafft und gelagert. „Bei etlichen von ihnen handelte es sich zwar um so genannte Deko-Waffen, nicht wenige waren allerdings noch funktionstüchtig“, berichtete Merle Neufeld von der Polizeidirektion Itzehoe. Die Kripo beschlagnahmte alle aufgefundenen Waffen, sie sollen später noch von Spezialisten untersucht werden.

„Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an, Vernehmungen der Beschuldigten haben bis jetzt noch nicht stattgefunden“, so Merle Neufeld. Die Brüder, allem Anschein nach Waffenliebhaber, müssten allerdings zumindest mit einer Anzeige nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz rechnen.

Seit über 15 Jahren sei der 52-jährige Pinneberger in Ottenbüttel ansässig, allerdings meist nur am Wochenende, wie Bürgermeister Heinz Maaß sagte. Der Mann habe zwar mitten im Ort gelebt, jedoch sehr zurückgezogen. Kontakt mit Nachbarn habe er nicht gehabt.

„Niemand hat gewusst, dass er dort Waffen gesammelt hat“, so Maaß. Aufgefallen sei er nur, weil auf dem Grundstück schon mal alte Autos und anderer Unrat lagerten und deshalb auch die Umweltpolizei alarmiert wurde. „Es ist das einzige Haus in der Gemeinde, das etwas verfallen ist.“ Ab und zu sei der Pinneberger auch mal durch den Ort gefahren – auf einem alten Militärmotorrad.

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