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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Zwischen Freude und Rührung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verabschiedungsfeier 37 Schüler verlassen die Johann-Comenius-Schule / Ernste Worte, aber auch Entertainment

Der Trend an der Johann-Comenius-Schule in Thesdorf, sich gegen eine Ausbildung zu entscheiden, ist eindeutig: 37 Schüler sind vor kurzem in feierlichem Rahmen verabschiedet worden. Die schulische Laufbahn ist damit für die meisten von ihnen jedoch nicht vorbei. Die Mehrzahl beginnt nach ihrem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) oder nach dem Mittleren Schulabschluss (MSA) keine Ausbildung, sondern besucht stattdessen Berufsfachschulen oder bildet sich schulisch anderweitig weiter: „Nur etwa zehn Schüler machen eine Ausbildung. Zwar etwas mehr als im vergangenen Jahr, aber der Trend, weiter zur Schule zu gehen, ist eindeutig da“, sagt Burchhard Dierks. Der Lehrer ist Stufenleiter der Acht- bis Zehntklässler und kennt seine Schüler. Es sei aber auch nicht einfach, sich in dem Alter für einen Beruf zu entscheiden, so Dierks.

„Für einige Schüler ist das aber nicht die beste Lösung“, sagte Schulleiterin Uta Holst-Timm. Es wäre besser, sie würden eine Ausbildung machen, betonte sie. Für die Jugendlichen sei das aber offenbar keine sonderlich attraktive Option. Gerade die Akzeptanz von Handwerksberufen sei leider eher gering und die Nachfrage nach einer Ausbildung in diesem Bereich nicht sonderlich groß. „Das muss sich ändern“, betonte die Schulleiterin. Jugendliche und ihre Eltern seien zu sehr auf bestimmte Berufe fixiert. „Sie öffnen sich zu wenig für Alternativen. Aber es ist auch wirklich immer schwieriger, sich auf dem Markt der vielen neuen Berufsbilder zu orientieren.“


Hilfe bei der Berufsorientierung


Bei der Berufsorientierung sollen verschiedene Maßnahmen helfen. „Wir nehmen jetzt am Berufsorientierungsprogramm des Bundes (BOP) teil und unterstützen Praktika außerhalb der Regelzeit, wenn es sinnvoll ist“ so Holst-Timm. Es gebe außerdem Berufswahlunterricht und eine Berufsfeldklasse mit einem Praktikumstag pro Woche, ergänzt Dierks. Auch ein Berufseinstiegsbegleiter steht an der Johann-Comenius-Schule zur Verfügung. Uwe Ross unterstützt derzeit sechs Schüler. Er hilft unter anderem bei Bewerbungen, sucht geeignete Betriebe und vermittelt Praktika.

Bei der Verabschiedungsfeier gab es aber nicht nur ernste Worte. Mal fröhlich, mal gerührt – die Bandbreite der Emotionen war groß. Lehrer Daniel Strothmeyer musste beispielsweise auf der Bühne „Alle meine Entchen“ singen. Die Schulband „Moles“, Neuntklässler „Magic Max“ mit seinen Zauberkünsten, ein Theaterstück sowie die Lehrerband sorgten für gute Laune. Und dann kam Phil Preusser ans Rednerpult. Er ist Schüler der 10c. Im Namen seiner ganzen Klasse hielt er eine Dankesrede an seinen Lehrer Michael Mattner. „Er ist einfach großartig. Hat uns immer geholfen, war immer ruhig.“ Auch seine Klassenkameraden bestätigen: „Sowas gibt’s nur einmal. Immer hat er zu uns gehalten.“ Als Dankeschön führte die Klasse ihren Lehrer, der in einem halben Jahr pensioniert wird, nach der offiziellen Verabschiedung zum Essen aus.

Mattner erklärte, dass nicht immer alles nach Plan lief und er ganz neue Dinge gelernt hätte. So sei er Meister in deeskalierender Kommunikation geworden. „Aber schließlich habt Ihr Euch doch richtig gut entwickelt“, lobte er seine Schützlinge. „Nur an Euren Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit müsst ihr noch arbeiten“, sagte Mattner schmunzelnd.

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