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Pinneberger Tageblatt

18. Januar 2017 | 19:09 Uhr

Keine Pakete mehr für das Dorf? : Zustellprobleme in Schenefeld-Dorf

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Anwohner beschweren sich über nicht ausgelieferte Bestellungen. Mitarbeiter kommen mit den Lieferung nicht mehr nach.

Schenefeld | Wenn der Postmann zweimal klingelt, dann gibt’s laut Hollywood mächtig Ärger, im wahren Leben aber gibt’s in der Regel ein Paket oder Päckchen. In Schenefeld-Dorf hingegen scheint der Postmann des Öfteren überhaupt nicht zu klingeln.

Das ist Einwohner Gerhard Rittgerodt passiert, der idyllisch gelegen im Dorf wohnt. „Es waren gleich zwei Päckchen, die am selben Tag zugestellt werden sollten. Das wurde mir angekündigt, aber es kam nichts.“ Daraufhin suchte er auf der DHL-Website mit der Sendungsnummer nach der Ware, die anscheinend an diesem Tag auf das Zustellfahrzeug geladen worden war – aber eben nicht zugestellt wurde.

Bei der Online-Sendungsverfolgung hieß es jeweils, das Paket hätte nicht zugestellt werden können. Eine gelbe Benachrichtigungskarte im Briefkasten: Fehlanzeige. „Meine Frau und ich waren den ganzen Tag zuhause, wir haben ja auf DHL gewartet. Das ist hier noch nie passiert.“ Und das Spiel wiederholte sich gleich nochmal: Zwei Tage später las Rittgerodt erneut, die Päckchen wären verladen und auf dem Weg zu ihm – am Ende des Tages war ein weiterer angeblicher Zustellversuch gescheitert.

Rittgerodt beschwerte sich bei DHL. Ein Unterfangen, dass auch nicht ganz einfach war, denn die Telefonnummer ist recht versteckt auf der Website, und die Warteschleife ist lang. Von Problemen bei der Zustellung in Schenefeld-Dorf wollte laut Rittgerodt keiner gewusst haben. Mehrere Beschwerden gab Rittgerodt über die Hotline ab. „Mir wurde zuerst gesagt, die Päckchen würden im Zustellzentrum liegen und am nächsten Tag ausgeliefert. Das ist nicht passiert. Schließlich sagte man mir, ich müsse den Händler bitten, einen Nachforschungsauftrag zu geben.“ Doch zu spät: Die Zeit der Päckchen war abgelaufen und laut Sendungsverfolgung gingen beide nach einigen Tagen zurück an die Händler.

Rittgerodt ist sauer. „Bisher war die Zustellung von DHL vorbildlich. Nur bei Vertretung des Zustellers wurde in Ausnahmen eine Sendung um einen Tag verspätet zugestellt.“ Doch jetzt herrsche Land unter im Dorf, auch Nachbarn hätten Probleme gehabt. Das ist es aber nicht, was Rittgerodt wurmt. „Ich habe Verständnis für Problemsituationen, nicht aber für das Informationsverhalten von DHL. Man muss doch benachrichtigt werden.“ Er sei zwar online fit, aber gerade ältere Kunden hätten oft nicht die Möglichkeit, sich so zu informieren. Auch die Kundenservice-Mitarbeiter von DHL habe er als desinformiert erlebt.

In letzter Zeit nicht oft gesehen: Mit dem DHL-Wagen werden in  Schenefeld Dorf Päckchen zugestellt.
In letzter Zeit nicht oft gesehen: Mit dem DHL-Wagen werden in Schenefeld Dorf Päckchen zugestellt. Foto: Kowalewski
 

Aus Kreisen der Zusteller ist hingegen eine völlig andere Sicht der Dinge zu hören: So soll DHL in den vergangenen Jahren immer weiter Stellen abgebaut haben, so dass die Mitarbeiter mit den Bergen an Paketen in Schenefeld nicht mehr zurechtkommen. Derzeit gebe es einen hohen Krankenstand, zudem sei Urlaubszeit, die Mannschaft daher nicht komplett. Deshalb müssten die Zusteller mehr Straßenzüge bedienen als sonst. Problematisch sei auch, dass immer mehr Menschen im Internet bestellen, das Personal aber nicht aufgestockt werde. Zuweilen würden selbst Schnürsenkel per Express über Amazon angefordert.

Probleme bei der Zustellung in Schenefeld – Pressesprecherin Maike Wintjen von DHL weiß nichts davon: „Mir ist aus Schenefeld nichts bekannt.“ Auch zu besonderen Vorkommen in Schenefeld – etwa Ausfall durch Krankheit – konnte sie bis Redaktionsschluss keine Angaben machen. Aber: „Die Angaben der Sendungsverfolgung sind nicht verbindlich.“, sagt sie. „Es kann ganz unterschiedliche Gründe haben, warum ein Paket trotz Ankündigung nicht ausgeliefert wird, zum Beispiel ein Stau oder ein Motorschaden. Es kann auch vorkommen, dass zu viele Sendungen in Auslieferung sind, dann kann laut Arbeitsschutz die Lieferung abgebrochen werden.“

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erstellt am 27.Jul.2016 | 13:00 Uhr

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