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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Zu wenig Lehrkräfte in der Grundschule

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Personalmangel Tangstedter Kollegium muss Überstunden einlegen

Die Grundschule Tangstedt hat zu kämpfen: Erst fiel eine schwangere Kollegin für die nächste Zeit aus und dann meldete sich kurze Zeit später eine weitere für mehrere Monate krank. „Seit Anfang des Schuljahres haben wir etwa 30 Minusstunden“, schlug Schulleiterin Maike Hansen während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Soziales Alarm. Nachdem dann auch noch eine Kollegin die Schule ganz verließ, sieht sich die Schulleiterin vor gravierende Probleme gestellt.

„Sollte es innerhalb des Kollegiums zu weiteren kurzfristigen Erkrankungen kommen, ist dieser Zustand für die Grundschule nicht mehr tragbar“, sagte Hansen. Spontanes Reagieren sei in so einer Situation unmöglich.


30 Minusstunden bisher angesammelt


„Es haben schon viele Kollegen die Stunden der fehlenden Kräfte übernommen“, erklärte Hansen weiter. Schließlich dürfe gesetzlich kein Unterricht für die Schüler ausfallen. Dafür müsse das Kollegium ständig Überstunden einlegen, und somit hätten sich unzählige Stunden angesammelt – ohne die Möglichkeit, diese abzubauen.

Eine Unterrichtsstunde mit 56 Kindern sei nicht machbar, erläuterte Hansen. 109 Mädchen und Jungen besuchen die Grundschule seit Beginn des Schuljahres. „Wir sind durch diese Situation alle sehr stark belastet“, betonte die Schulleiterin. Der einzige Lichtblick ist für Hansen, dass eine Übungsleiterin für acht Stunden pro Woche eingestellt wurde. „Sie übernimmt die Sportstunde und ich kann dann in anderen Klassen unterrichten“, beschreibt sie. Doch eine dauerhafte Lösung sei dies nicht.

Der Markt an Lehrkräften sei schwer einzuschätzen: „Es gibt einfach niemanden.“ In den vorigen Jahren habe sie die Erfahrung machen müssen, dass alle Referendare nach ihrem Abschluss die Grundschule in Tangstedt direkt wieder verlassen hätten.

Es sei für viele in Hamburg oder Niedersachen sehr viel attraktiver, da dort die jungen Lehrer sofort verbeamtet würden. „Ich kann es niemandem verdenken und würde vermutlich in der Situation das Selbe machen“, sagte Hansen. „Nicht nur wir sind davon betroffen. Das ist im ganzen Süden von Schleswig-Holstein der Fall“, erklärte Hansen den Ausschussmitgliedern weiter.

Sie hoffe sehr, dass die derzeitige Referendarin nach ihrem Abschluss, der demnächst erfolgen soll, an der Grundschule bleibt. „Das würde uns viel abnehmen“, betonte Hansen.

Es helfe der Situation auch nicht, wenn die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Britta Ernst (SPD) davon spreche, dass es eine 100 prozentige Unterrichtsversorgung in dem Bundesland gebe. „Die Definition der Versorgung ist etwas schwierig“, erklärte die Schulleiterin. Die Unterrichtsversorgung sei auch in Tangstedt gewährleistet, da das Kollegium ja gesetzlich verpflichtet ist, keinen Unterricht ausfallen zu lassen. „Wenn wir dann gefragt werden, wie unsere Versorgung ist, müssen wir trotz unserer Probleme eine null eintragen.“


Mehrarbeit für Schulsekretärin


Ein weiterer Rückschlag ist das Pensum der Schulsekretärin Inga Struckmeyer. „Die Stunden reichen hinten und vorne nicht“, sagte Hansen. Es sei in der letzten Zeit mehr Verwaltungsarbeit auf die Sekretärin zugekommen.

Dazu zähle etwa die Erstellung der Zeugnisse über ein Schulverwaltungsprogramm. „Das Ausdrucken ist nur über meinen und ihren Computer zu machen“, erläutere die Schulleiterin. Struckmeyer habe über die vergangenen Monate bereits unzählige Überstunden gesammelt.

Dabei schaffe sie gerade das Tagesgeschäft. Was darüber hinaus gehe, sei nicht machbar. „Hilfreich für uns wäre es, wenn sie 16 Stunden die Woche anwesend wäre“, bat Hansen.

Hansen und die Ausschussmitglieder einigten sich darauf, dass die Schulleiterin einen Katalog erstellt, in dem Probleme und Forderungen aufgelistet sind. Diesen wird sie während der nächsten Sitzung, vermutlich im November, vorlegen.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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