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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 01:33 Uhr

Zoff um Container für Komet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jugendtreff SPD spricht sich für Neubau aus / CDU dagegen / 170 000 Euro stehen im Haushalt

Auf den ersten Blick vermittelt das Ensemble auf dem Gelände an der Raa einen fröhlichen Eindruck. Die sieben bunten Container plus Bolzplatz bilden den Kinder - und Jugendtreff Komet. Doch darüber brauen sich dunkle Wolken zusammen. Das Jugendzentrum platzt aus allen Nähten. Während der Ferien tummelten sich bis zu 40 bis 60 Jungen und Mädchen in den Containern mit einer Gesamtfläche von 100    Quadratmetern. „Wir sind die einzigen, die täglich ein Ferienprogramm angeboten haben“, sagt Saim „Kasi“ Cetinkaya, Leiter des Jugendtreffs. Er möchte mehr Platz für seine Einrichtung. Immerhin: Die Container sind 18    Jahre alt. Der Innenbereich ist zu klein – und in die Jahre gekommen.

Die Politik hat das Problem erkannt: 170 000 Euro sind für eine Erweiterung bereits in den Haushalt 2016 gestellt worden. Doch jetzt können sich CDU und SPD nicht einigen, was mit dem Geld gemacht werden soll. Die Gretchenfrage lautet: Weitere Container oder ein richtiger Anbau? Für die SPD ist die Sache glasklar: „Wir haben einen Erweiterungsbau beschlossen. Darüber gibt es eine Beschlussvorlage“, sagt SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt. Die Kinder und Jugendlichen bräuchten einen anständigen Raum. Deswegen sei die SPD gegen Container.

„Klar wäre ein Neubau toll“, sagt hingegen Andreas Meyer, Fraktionschef der CDU. Er erinnert daran, dass Pinneberg unter dem Rettungsschirm steht. „Einen Neubau können wir nicht stemmen. Also sind wir zufrieden mit einer Erweiterung in Form von Containern oder Holzbauten. Das wäre jetzt möglich. Ein Neubau aber erst in vielen Jahren“, so Meyer. Tatsächlich wären die Container jetzt schon zu haben – und zwar gebraucht vom Abwasserzweckverband in Hetlingen. „Sie sind in einem guten Zustand“, sagt Meyer und der Preis dafür läge sogar unter 170 000 Euro. „Wir würden noch Geld sparen“, sagt Meyer. Mit den zusätzlichen sechs oder sieben Bürocontainern hätte er dann etwa 190 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

„Der Komet ist eine tolle Sache“, sagt FDP-Chef Werner Mende. Die Leitung solle sagen, was für den Komet am besten sei. „Dann schauen wir, ob wir es uns leisten können.“

Auch die Bürgernahen loben „Kasis“ Arbeit. „Einen Neubau hätten wir favorisiert. Stein auf Stein“, sagt Fraktionsvorsitzender Uwe Lange. An der Arbeit des Komet gemessen, hätte man etwas Anständiges hinstellen müssen. „Es ist seit Jahr und Tag ein Provisorium.“

„Kasi“, ganz der Pragmatiker, sagte gestern: „Ich brauche Platz, völlig egal, ob Container oder Steinbau.“ Er habe immer gesagt: „18 Jahre Provisorium ist okay, aber dann ist Schluss mit lustig.“

Der Komet – längst ist er ein Magnet für Kinder und Jugendliche aus Waldenau, Appen und Pinneberg-Mitte. Auch immer mehr junge Flüchtlinge kommen vorbei. „Kasi“ hat noch eine Menge vor: Er will im Komet künftig auch morgens Schulsozialarbeit anbieten. Während „Kasi“ den Ball flach hält, gibt es immer häufiger Kritik von Eltern. Auf der einen Seite stehen die neuen Luxushäuser auf dem Eggerstedt-Gelände sowie die Elite-Privatschule – nur Hunderte Meter entfernt die Blechbehälter. Die CDU lehnt die Eröffnung einer Neiddebatte ab. Pikant: Auch Jugendliche aus den neu gebauten Häusern zieht es in den Komet, so „Kasi“.

Die Stadt kann die Aufregung indes nicht verstehen. Sprecher Stefan Krappa sagte gestern: „Es gibt einen Beschluss der Politik vom 23.    Februar dieses Jahres. Darin ist eine Erweiterung für 170  000 Euro vorgesehen“, sagte er. Die zweite Variante, ein Ersatzbau in Höhe von 400 000 Euro, sei abgelehnt worden.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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