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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 22:28 Uhr

Moschee vs. Bordell : Zoff in Pinneberg: Bordell-Betreiber will bleiben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Polizei sieht keine Grundlage, das Bordell zu schließen. Der Vorsteher der Gemeinde droht mit einer Unterschiftenaktion.

Pinneberg | Klare Worte von dem Betreiber des gelb getünchten Bordells in der Friedenstraße in Pinneberg. „Wir bleiben hier und ziehen nicht aus“, sagt der gebürtige Russe im Gespräch mit dieser Zeitung. Er will lieber anonym bleiben. Die ganze Aufregung könne er sowieso nicht verstehen.

Diese Ansage dürfte die Stadt und Seref Ciftci, Vorsteher der Türkisch-Islamischen Gemeinde, deren Mitglieder nur wenige Meter entfernt auf der anderen Seite der Straße die Moschee besuchen, aufhorchen lassen. Wie berichtet, beklagte Ciftci in Gesprächen mit Vertretern der Stadt, dass in der Moschee 170 Kinder betreut würden und deshalb dort kein Puff hingehöre. Er drohte mit einer Unterschriftenaktion.

Ein Gespräch zwischen Vertretern der Türkisch-Islamischen Gemeinde und Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) hatte es am vergangenen Dienstag gegeben. Konstruktiv soll es gelaufen sein, lässt die Stadt verlauten. Tatsache aber ist, dass es bisher keine Lösung gegeben hat. Die Stadt kann gegen den Puff nichts unternehmen.

„Die Zulässigkeit wird im Einzelfall geprüft, wobei wir häufig keine Handlungsmöglichkeit haben, da ein bauaufsichtliches oder gewerberechtliches Einschreiten in vielen Fällen nicht möglich ist“, sagte Bürgermeisterin Steinberg am Donnerstag auf Anfrage.

Hintergrund: Für das Gebiet an der Friedenstraße gibt es derzeit keinen gültigen Bebauungsplan. Es ist ein sogenanntes Mischgebiet, in dem sich sowohl Wohnungen als auch Läden befinden. Die Apartments für die Prostituierten sind in einem Wohnhaus angemietet. Das Gewerbe wurde außerdem vom Betreiber ordnungsrechtlich angemeldet.

Handeln könnte die Stadt erst, wenn der Bordellbetreiber oder die Prostituierten gegen das Gesetz verstoßen würden. „Bei Anhaltspunkten für Straftaten sind wir in engem Kontakt mit der Polizei und dem Zoll und schreiten unverzüglich ein“, sagte die Bürgermeisterin.

Allerdings herrscht Ruhe in der Friedenstraße. Für die Polizei gebe es aktuell keinen Grund und keine rechtliche Grundlage, das Bordell zu schließen, teilte Polizeisprecherin Sandra Mohr auf Anfrage mit. Auch die Frage, ob es sich nach dem Medienrummel und den erhitzten Gemütern um ein Gefahrengebiet handele, wie es gerüchteweise hieß, beantwortet die Polizeisprecherin mit einem klaren Nein.

Der Pinneberger Polizei sei in diesem Bereich in den vergangenen Wochen auch nichts aufgefallen. Wird dort vermehrt Streife gefahren? „Nein. Die Polizei Pinneberg hat in der Friedenstraße im Rahmen ihrer sehr regelmäßigen Streifenfahrten keine Besonderheiten oder Verstöße festgestellt“, sagte Mohr.








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erstellt am 19.Aug.2016 | 17:48 Uhr

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