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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:49 Uhr

50 Jahre als Bürgermeister : Worte der Dankbarkeit für verstorbenen Udo Tesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gottesdienst: 400 Trauergäste in Uetersen. Auch Ministerpräsident Albig nahm in der Erlöserkirche Abschied von dem Verstorbenen.

Heidgraben/Uetersen | Der Anlass war traurig, die Feierstunde für den verstorbenen Ehrenbürgermeister Heidgrabens, Udo Tesch, würdevoll. Etwa 400 Menschen gaben dem am 5. November im Alter von 83 Jahren verstorbenen Ex-Bürgermeister – 50 Jahre lang hatte er die Geschicke Heidgrabens in Händen gehalten – gestern in der Erlöserkirche das letzte Geleit.

Der Sarg ruhte im Altarraum, daneben waren Worte der Dankbarkeit vermerkt − auf den Schleifen der vielen Kränze. Udo Tesch, konnte beim Lesen nachvollzogen werden, war ein Mensch gewesen, der sich für das Gemeinwohl engagiert hat wie nur wenige andere. Er war für viele ein bis zuletzt geschätzter Ratgeber. In der Kirche waren alle Plätze besetzt. Das verdeutlichte vor allem eines: Die Menschen sind Tesch für dessen Leistungen sehr dankbar und fühlen sich über den Tod hinaus mit ihm verbunden.

An der Trauerfeier nahm Ministerpräsident Torsten Albig teil, der sich auch in das Kondolenzbuch eintrug.

An der Trauerfeier nahm Ministerpräsident Torsten Albig teil, der sich auch in das Kondolenzbuch eintrug.

Foto: Plath
 

Während der Trauerfeier, an der auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) teilnahm, wurde Udo Tesch noch einmal in die Mitte genommen. Pastor Helmut Dieterich, der gemeinsam mit Pastorin Almuth Bretschneider für die Liturgie dieses Gottesdienstes verantwortlich war, bezeichnete den in Pommern Geborenen als intelligenten, kompetenten, tiefsinnigen, fachlich versierten und sozial engagierten Menschen. Der Pastor skizzierte das Leben von Udo Tesch und wie er diesen zum ersten Mal getroffen hatte − als junger Pastor vor 44 Jahren.

Kein Bürgermeister im Land war länger im Amt: der Heidgrabener Udo Tesch.
Kein Bürgermeister im Land war länger im Amt: der Heidgrabener Udo Tesch. Foto: archiv

„Wenn er ein Amt übernommen hat, dann war das für ihn ein Auftrag, und er versuchte, der Sache gerecht zu werden“, beschrieb Dieterich den Ernst, mit dem der Verstorbene sich den Dingen in seinem Verantwortungsbereich widmete. Er sei kompromissbereit gewesen und habe häufig Brücken geschlagen, wenn sich zwischen Politik und Verwaltung Gräben aufgetan hätten. Tesch habe als Verwaltungsmann und ehrenamtlicher Politiker beide Seiten gekannt. Der unter anderem mit dem Ansgarkreuz ausgezeichnete Udo Tesch habe, so der Pastor, ein segensreiches Leben im Sinne des Psalms 23 geführt − ausgestattet also mit viel Gottvertrauen. Dieterich hat mit Tesch im Verein für Gemeindepflege bei der Diakoniestation Uetersen zusammengearbeitet. Bis zu seinem Tode war der Sozialdemokrat dort Vorsitzender.

Er habe Heidgraben – mit vielen weiteren – ein Gesicht gegeben, fuhr Dieterich fort. Wobei Tesch stets darauf geachtet habe, sein Dorf nicht zu schnell wachsen zu lassen, was möglich gewesen wäre. Er habe darauf geachtet, dass Neubürger genug Zeit hatten, sich zu integrieren. Unter ihm seien das Kindergartenwesen entstanden und das Gemeindezentrum gewachsen. Zuletzt sei es ihm noch vergönnt gewesen, den Markttreff, Heidgrabens neue Mitte, einzuweihen. Nicht zuletzt kennzeichnete Dieterich Tesch auch als Familienvater und Ehemann. Er war 61 Jahre lang verheiratet. Musikalisch begleitet wurde der Trauergottesdienst von der Heidgrabener Liedertafel und Kantor Eberhard Kneifel.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 14:00 Uhr

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