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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:24 Uhr

„Vom Bittsteller zum Kunden“ : Workshop der Kreisverwaltung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Kreis Pinneberger Verwaltung berät darüber, wie sie sich künftig sozialpolitisch aufstellen sollte.

Kreis Pinneberg | Die Welt verändert sich. Das merkt auch die Verwaltung. „Die Bedürfnisse der Bürger und die Verwaltungsstrukturen passen nicht mehr zusammen“, sagt Heiko Willmann, Fachbereichsleiter für Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit des Kreises Pinneberg. Er will Änderungen, hat sich zum Ziel gesetzt, alte Strukturen aufzubrechen. Eine Planungsgruppe mit Vertretern des Jobcenters, der Bundesagentur für Arbeit, der Verwaltung, der Wohlfahrtsverbände, Parteien, Jugendhilfe, Senioren und der Schulaufsicht begleitet den Umbau – „ein Pilotprojekt“, so Willmann.

Am vergangenen Sonnabend trafen sich etwa 70 Teilnehmer zu einer ersten Bestandsaufnahme. In Kleingruppen wurde während eines ganztägigen Workshops im Gartenbauzentrum Ellerhoop Brainstorming betrieben und der Frage nachgegangen: „Sozialpolitische Handlungsfelder und Prioritäten. Wie stellt sich der Kreis Pinneberg künftig sozialpolitisch auf?“ Landrat Oliver Stolz wies während seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass nur durch eine Werteentwicklung auch eine verbesserte Lebensqualität entstehen werde. Und Staatssekretärin Anette Langner aus dem Sozialministerium Schleswig-Holstein machte klar, dass soziale Aufgaben unter Finanzierungsvorbehalt stünden, deshalb müssten „Bedarfe effektiv und punktgenau“ abgedeckt werden. Im Klartext: Es muss genau ermittelt werden, was wie viel kostet. „Wir müssen Gelder viel flexibler einsetzen, nämlich dort, wo sie am meisten gebraucht werden“, ergänzte Willmann.

Die Herausforderungen im Kreis Pinneberg sind vielfältig: die demografische Entwicklung, die ländlichen Räume und ein prognostizierter Bevölkerungszuwachs. Christoph Kennerknecht von der Stabsstelle Sozialplanung und Steuerung sagt: „Der Kreis wächst – von derzeit rund 306  000 Einwohnern auf voraussichtlich 317.000 im Jahr 2020.“ Pinneberg sei einer der am dichtesten besiedelten Kreise Deutschlands. Und auch die Digitalisierung und Globalisierung erfordere neue Strukturen von der Verwaltung.

Das Fernziel soll ein Sachbearbeiter sein, der als Allrounder fungiert und Bürger nicht als Bittsteller, sondern als Kunden wahrnimmt. Der für eine alleinerziehende Mutter einen Wohngeldantrag bearbeitet, ihr bei den Formularen für den behinderten Sohn hilft und gegebenenfalls Tipps für einen neuen Job parat hat. Damit die Verwaltungsangestellten für diese Herausforderungen fit werden, gibt es interne Schulungen. Willmann ist klar, dass sich der Wandel nicht von heute auf morgen vollziehen kann: „Es gibt auch Widerstand, die Mitarbeiter müssen überzeugt werden“. Am 24. Juni trifft sich die Planungsgruppe zur Workshop-Nachlese. Welche Ergebnisse wann umgesetzt werden, hängt auch von den politischen Beschlüssen des Kreistages ab.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 10:00 Uhr

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