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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:47 Uhr

„Wir kriegen den Kasten nicht warm“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tafel Vorderfront und Eingangsbereich müssen saniert werden / Regenüberdachung soll die um Essen anstehenden Gäste schützen

Wind und Regen pusten durch die offene Eingangstür ins Foyer der Tafel. Die uralten Heizkörper sind auf die höchste Stufe 5 aufgedreht und schaffen es doch nicht, Kälte und Feuchtigkeit aus den zugigen Räumen des Christus-Zentrum-Arche (CZA) zu vertreiben. Mitarbeiter und Gäste sind bei der Essensausgabe in dicke Mäntel eingemummelt. Pastor Hans-Peter Mumssen ist kein Mann, der zu Übertreibungen neigt, doch bei einem Rundgang durch das marode Gebäude des Christus Zentrum Arche– in dem die Tafel untergebracht ist – macht er eindringlich deutlich, das hier schnell und nachhaltig Handlungsbedarf besteht.

Zur Historie: Das von der CZA-Gemeinde gekaufte Gebäude an der Lornsenstraße ist als Zweckbetrieb hergerichtet. Bewusst verzichtete man auf einen Kirchbau, sondern entschied sich für einen schönen Saal. In den anderen Räumen aber wollte man zweckgebunden arbeiten und auch die von der Stadt angefragte Obdachlosenspeisung übernehmen. „Welche Kirche hat schon täglich mehr als 200 Leute in ihren Räumen her-umlaufen?“, fragt Mumssen. So sei ein Gebäude hergerichtet worden, das „nicht schön ist, aber funktioniert“.

Im ersten Bauabschnitt wurden ab 2002 der Gemeindesaal, das Foyer, die Küche, und die hintere Fassade instandgesetzt und erneuert. Außerdem wurde das 60 mal 20 Meter große Flachdach neu eingedeckt. „Aber dann hat uns die Entwicklung der Tafel keine finanziellen Reserven mehr für den zweiten Bauabschnitt gelassen und wir mussten bis heute aufschieben“, sagt Mumssen.

Die marode Vorderfront hat Auswirkungen auf alle dahinter liegenden Räume und Büros. Entweder ist es zu heiß oder zu kalt, aber „meistens kriegen wir den Kasten nicht warm“. Dabei sei die tragende Funktion des Gebäudes okay, meint Mumssen, aber die davorgesetzte Fassade müsse quasi abgeklappt und komplett ersetzt werden. „Und das als Ganzes und nicht stückweise, weil sich sonst an den Nahtstellen Kältebrücken bilden können“ – und überhaupt das Haus dann ’offen’ stünde.

Bislang hat man versucht, Fassade und nach Essen anstehende Gäste durch ein Lamellendach zu schützen, aber bei Regen würden die Wartenden doch klatschnass. Mumssen möchte deshalb zusätzlich zur neuen Vorderfront ein Regendach, das an der Längsfläche von Rollstuhlrampe bis Haupteingang reicht. Ein davorgesetzter Windfang würde beim Türöffnen kalte Luft fernhalten.

„Jeder Spender, der uns mit Geld oder Eigenleistung unterstützen möchte, ist willkommen“, meint Mumssen. Ein Traum wäre es, wenn Firmen ohne Gewinnzuschlag Aufträge übernehmen würden. Die Helfer brauchen dringend Hilfe.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 16:09 Uhr

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