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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Willkommensfeier im Kreishaus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einbürgerung Kreis Pinneberg begrüßte offiziell die neuen Mitbürger / Insgesamt wurden 75 Personen aus 32 Ländern eingebürgert

„Ich bin der Liebe wegen nach Deutschland gekommen“: So begründete Stephen King-Beck seinen Tapetenwechsel aus dem Vereinten Königreich in die Bundesrepublik. Er lebt seit mittlerweile 44 Jahren in Deutschland. Dass er sich erst jetzt einbürgern lässt, führt er auf die aktuellen Entwicklungen in Großbritannien zurück. „Der Brexit hat mich dazu bewogen, meine Staatsangehörigkeit zu wechseln“, sagte er. Der Austritt aus der EU bedeute für ihn vor allem der Verlust von geschätzten Freiheiten. „Wir reisen gerne. Wenn ich jetzt meine Verwandten in Italien besuchen will, will ich dafür kein Visum stellen müssen“, sagte der jetzt deutsche Staatsbürger.

Darüber hinaus habe das Land viel für ihn getan – und er viel für Deutschland. „Ich habe das Land etwas süßer gemacht“, sagte King-Beck. Nach seiner Ankunft und dem Lernen der Sprache habe er eine eigene Firma gegründet, die auf dem Deutschen Markt die Süßigkeit „Jelly Belly“ vertrieb, berichtete der Wahl-Wedeler.

Die Familie Quaypatin Quituisaca stammte ursprünglich aus Ecuador. „Meine Schwester lebt hier in Deutschland, deshalb sind wir hier her gekommen“, sagte die Mutter der Großfamilie. Gleich zu fünft wurden sie eingebürgert. Die Neu-Halstenbeker bereuen ihre Entscheidung zu keiner Sekunde.

Die Geschichte von Stephen King-Beck oder der Familie Quaypatin Quituisaca sind nur zwei Beispiele von 73 weiteren Geschichten hinter der Einbürgerungszeremonie am vergangenen Montag in den Verwaltungsräumen des Kreises Pinneberg. Zum 60. Mal begrüßten die Vertreter der einzelnen Kommunalverwaltungen und Landrat Oliver Stolz (parteilos) die neuen Bürger des Kreises, die aus 32 unterschiedlichen Ländern stammten. Anlässlich des Jubiläums schlossen sich der Feier auch Ernst-Dieter Rossmann (SPD), Bundestagsabgeordneter des Kreises, und Kreispräsident Burkhard Tiemann an. Festredner und weiterer Ehrengast war Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Während Stolz in seiner Begrüßungsrede das Gewicht der Zeremonie unterstrich, hob er hervor, dass eine Einbürgerung immer das Ziel einer gelungen Integration sei. „Es geht darum, sich zugehörig zu fühlen“, sagte der Landrat. Die Zeremonie sei „ein bedeutsamer Schritt, den wir gemeinsam gehen“, schloss er seine Rede.

Ministerpräsident Albig machte in seiner Festrede deutlich, wie sehr ihm die Wichtigkeit der Feier am Herzen bedeute: „Der Kreis hat es verstanden – es geht um das Gemeinsame“, so Schleswig-Holsteins Ministerpräsident. „Ich sehe in sichere, erwartungsvolle und frohe Gesichter, die gerne Teil unseres Landes werden wollen. Und das unabhängig der Herkunft“, fügte der Sozialdemokrat hinzu.

„Diese Veranstaltung ist für mich ein Lackmus-Test der Gemeinschaft. Alle passen aufeinander auf und leben zusammen“, sagte Albig. Für ihn sei Integration eine Frage des Willens, nicht der Herkunft. Ferner appellierte Albig, dass die neuen Bürger ihr Engagement beibehielten: „Wir brauchen solche Menschen hier. Integration überwindet Hindernisse“, schloß der Sozialdemokrat seine Festtagsrede.

Die 75 frisch gebackenen Staatsbürger erhielten im Anschluss an die Rede ihre Einbürgerungsurkunde – inklusive Grundgesetz und Willkommensgeschenk der jeweiligen Gemeinden sowie ein Selfie mit Landrat Scholz und Albig.

„Es war berührend. Diese ganze Vielfalt an Menschen – alle waren sie fröhlich und stolz“, so lautete das Fazit Rossmanns. Für ihn sei der Kreis ein Vorbild im Umgang und Feiern der Einbürgerung. „Es gibt nie eine Routine, jedes mal wird neu geplant“, urteilte der SPD-Bundestagsabgeordnete.

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