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Pinneberger Tageblatt

01. September 2016 | 03:50 Uhr

Das Sonntagsgespräch : „Wer sich nicht beteiligt, wird nichts verändern“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Landesschülersprecher Tom Lenuweit aus Quickborn.

Quickborn | Quickborn Tom Lenuweit aus Quickborn ist seit kurzem Landesschülersprecher. Im Sonntagsgespräch erklärt der 16-Jährige, warum das Handy in die Schule gehört und weshalb mehr Wert auf den Politikunterricht gelegt werden sollte.

Wieso engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Wer sich nicht beteiligt, wird nichts verändern. Jeder kann meckern. Wenn man aber nichts tut, verspielt man sein Potenzial und seine Möglichkeiten, etwas zu bewegen. Wer seine Chance nicht nutzt, sich einzubringen, ist selbst schuld.

Was war der Anlass, der zum ehrenamtlichen Engagement führte?
Als ich mit 13 Jahren anfing, mir über viele Dinge eine Meinung zu bilden und mich intensiv mit ihnen auseinanderzusetzen, fragte ich mich, wie ich mich einbringen kann und beschloss, in eine Partei einzutreten. Ich habe mir die verschiedenen Programme durchgelesen und mich dann für die SPD entschieden.

Wie sieht Ihre Arbeit als Landesschülersprecher aus?
Wir haben einen zehnköpfigen Vorstand, der sich alle vier Wochen in Kiel trifft. Jedes Mitglied bringt seine Stärken ein. Manche verfassen Stellungnahmen, andere befassen sich mit der Bildungspolitik oder konzentrieren sich auf Debatten und mündliche Vorträge. Vor wichtigen Entscheidungen werden wir von den Ausschüssen des Landesparlaments angehört.

Mit welchen Themen beschäftigt sich das Gremium?
Derzeit beschäftigen wir uns unter anderem mit der Handy- und Mediennutzung. Dieses Thema wird an den Schulen in Schleswig-Holstein völlig unterschiedlich gehandhabt. Manche setzen sie im Unterricht ein, andere verbieten sie sogar. Aus unserer Sicht macht ein solches Verbot keinen Sinn. Schließlich soll die Schule dabei helfen, in wichtigen Bereichen Kompetenzen zu entwickeln. Dazu gehören die neuen Medien. Dabei geht es nicht nur um die praktische Nutzung. Mindestens genauso wichtig ist es zu erklären, warum man beispielsweise nicht zu viele von seinen Daten preisgeben sollte.

Werden Schüler ausreichend gehört?
Die Schüler sind der Mittelpunkt der Schule und sollten deshalb ein Mitspracherecht haben. Wenn man bedenkt, dass es früher gar keine Schülerbeteiligung gab, hat sich schon viel getan. Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass Lehrer, Eltern und Schüler zusammen nach den besten Lösungen suchen. Es geht nur gemeinsam.

Was fehlt aus Ihrer Sicht an den Schulen?
Die Ausstattung könnte besser sein. Gerade Computer sollten ausreichend vorhanden sein. Das muss sich der Staat einfach leisten, weil PCs zwingend erforderlich sind, um Jugendliche auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Es müssen ja nicht unbedingt die teuersten Modelle sein. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Fächer Politik und Wirtschaft eine größere Rolle spielen. Es wird unterschätzt, wie wichtig es ist, ein politisches Verständnis zu entwickeln. Wer einen vernünftigen Umgang mit Politik lernt, neigt nicht so leicht zum Extremismus. Das politische Interesse ist grundsätzlich da. Es muss nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Sie sind auch stellvertretender Vorsitzender der SPD Quickborn. Was reizt Sie an der Kommunalpolitik?
In der Kommunalpolitik ist man ganz nah am Bürger. Wenn Entscheidungen getroffen werden, sind die Auswirkungen vor Ort zu sehen. Das ist zum Beispiel in der Bundespolitik nicht unbedingt der Fall.

Können Sie sich eine Karriere in der Politik vorstellen?
Auf jeden Fall. Nach dem Abitur strebe ich aber erst einmal eine solide Ausbildung an, um ein vernünftiges Standbein zu haben. Ich könnte mir vorstellen, Lehrer oder Arzt zu werden. Das schließt aber nicht aus, politisch aktiv zu sein und sich um Ämter zu bewerben.

Sollten Jugendliche früher wählen dürfen?
Ich finde es gut, dass in vielen Bundesländern schon 16-Jährige bei Kommunal- und Landtagswahlen ihre Stimme abgeben dürfen. Ich bin der Auffassung, diese Regelung sollte auch für Bundestags- und Europawahlen gelten. Wer mit 16 wählt, hat sich vorher informiert. Ich glaube nicht, dass Jugendliche mit ihrer Verantwortung leichtfertig umgehen.

Tom Lenuweit (16) besucht die elfte Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Quickborn. Er ist seit kurzem Landesschülersprecher und übte davor bereits das Amt des Stellvertreters aus. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Quickborner SPD.
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erstellt am 06.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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