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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Wenn Musik zwei Welten verbindet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Integration Schüler an der Rübekampschule profitieren von besonderer Förderung durch den Verein Pinneberger Kinder

Musik verbindet die Welt. Das erlebt Grundschullehrerin Simone Töpelmann ganz aktuell in ihrer DaZ-Klasse an der Rübekampschule. DaZ steht für „Deutsch als Zweitsprache“. In ihrer gemischten Klasse werden 27 Schüler aus sechs Ländern im Alter von sechs bis neun Jahren unterrichtet. Eine große Aufgabe, denn die Kinder sind alle auf einem unterschiedlichen Bildungsniveau. „Einige können schon ein bisschen Deutsch, andere gar nicht“, so die 41-Jährige. „In meiner Klasse sind auch Kinder, die nie zuvor in der Schule waren und sich erst in Regeln einfinden müssen.“ Die Schüler kommen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Armenien, Bulgarien oder Rumänien. Das macht die Verständigung untereinander und das Unterrichten nicht leichter.

Da ist es eine große Hilfe, dass seit Januar, immer dienstags um 10 Uhr, Schlagzeuger Nico Fiß durch die Klassentür kommt. Er holt die Hälfte der Schüler ab, nimmt sie mit in einen anderen Raum und musiziert dort mit ihnen. „Das ist für uns Lehrer großartig. In der Zeit können wir die andere Hälfte ganz in Ruhe unterrichten und haben Zeit, individuell auf Probleme einzugehen.“ Aber vor allem die Schüler profitieren von dieser musikalischen „Auszeit“: „Sie lernen eine Menge, denn sie müssen sich beim Musizieren konzentrieren, um im Rhythmus zu bleiben. Sie sind gezwungen, Rücksicht zu nehmen und bekommen beim Zählen der Takte sogar noch etwas Mathe und Deutsch mit“, so Töpelmann.

Natürlich wird nach einer gewissen Zeit getauscht, damit auch jeder aus der Klasse mal drankommt. Initiiert und finanziert haben dieses Projekt Frauke und Torsten Weber von der Finanzberatung Nord. „Wir haben von den Schwierigkeiten der DaZ-Klassen gehört und wollten helfen“, so das Ehepaar. Frauke Weber hat früher in den Klassen ihrer Söhne auch manchmal auf diese Art Unterstützung angeboten: „Da hab‘ ich dann mit einigen Schülern in einem anderen Raum gebastelt, um den Lehrkräften Freiraum zu verschaffen.“ Die Methode hat sich bewährt und wurde auch in der DaZ-Klasse umgesetzt. Mit der Unterstützungsidee wandte sich das Ehepaar Weber an den Verein Pinneberger Kinder und hat dann Schulleiterin Cornelia Chleboun von der Musikschule „MusiCon-Center ins Boot geholt. So wurde die Idee schnell umgesetzt.

Da der Musikunterricht den Kindern so gut tut, sollen noch weitere Pinneberger DaZ-Klassen an anderen Grundschulen unterstützt werden. „Dafür brauchen wir Sponsoren“, sagt Torsten Weber. Bürger und Unternehmen können sich beteiligen.

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