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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 04:57 Uhr

Ein Wedeler in der Elbphilharmonie : Wedels Gitarrenklänge in Hamburg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Elbphilharmonie Auftaktkonzert im Januar 2017. Musikschulleiter aus Wedel und seine Gitarre sind mit von der Partie.

Wedel/Hamburg | Fast ein Jahrzehnt hat es gedauert. Ende Oktober erfolgte die Schlüsselübergabe für das umstrittene Gebäude. Die Rede ist von Hamburgs neuem kulturellen Wahrzeichen: Die Elbphilharmonie. Am 11. Januar wird der Betrieb mit dem Eröffnungskonzert aufgenommen – und es folgt eine Reihe von Auftaktveranstaltungen. Mit von der Partie ist der Wedeler Musikschulleiter Michael Schröder. Im Gespräch mit shz.de erläutert er, was das neue Bauwerk ausmacht und welche Bedeutung Musik für ihn hat.

Die Elphilharmonie war ein riesiges Projekt – jetzt ist sie fertig. Was macht das Gebäude so besonders?
Michael Schröder: Es war teuer, keine Frage. Auch aufwendig, keine Frage. Aber auf lange Sicht ist es eine positive Investition in die Zukunft, wie bei allen großen Kulturprojekten in Hamburg. Das ist wünschenswert für die Philharmonie. Ich hoffe auch, dass nicht nur die Hochkultur dort Einzug hält, sondern auch der regionale Bezug nicht verloren geht. Schließlich ist alles miteinander verknüpft – die kleinen Künstler tragen zum großen Interesse bei. Ich freue mich auch auf die super Akustik und die Gelegenheit, diese einmal kennen zu lernen. Das Haus wurde mit den neuesten Erkenntnissen gebaut. Der Klangkünstler Yasuhisa Toyota hat die Säle entworfen und weiß, worauf es ankommt. Man kann also davon ausgehen, dass das Hörerlebnis auf allen Plätzen hervorragend ist – das ist die Herausforderung bei dem Bau solcher Räume.

Was werden Sie bei Ihrem Auftritt spielen?
Ich trete am 28. Januar mit dem NDR Orchester auf. Es ist das Residenzorchester geworden und heißt daher jetzt auch „NDR Elbphilharmonie Orchester“. Wir spielen das Werk „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg. Bereits vor Jahren haben wir das Stück in der Staatsoper gespielt. Auch dieses Mal wird Ingo Metzmacher – wie damals schon – dirigieren. Ich werde als Bühnenmusik auf der Gitarre spielen. Bei der konzertanten Aufführung singen unter anderem Franz Grundheber und Jürgen Sacher mit. Das wird lustig.

Wie ist es zu der Kooperation gekommen?
Ich mache seit mehr als 30 Jahren professionell Musik und habe schon oft mit dem NDR Orchester zusammengearbeitet – auch unter Metzmacher. Man kennt sich also. Und ich freue mich auf das Wiedersehen und die Erinnerung an mich. Anscheinend war man damals mit meiner Arbeit zufrieden, weshalb ich angefragt wurde. Wenn man gut ist, dann bleibt man im Gedächtnis. Ferner gibt es auch nicht viele Gitarristen, die nach den Vorgaben eines Dirigenten und im Orchester spielen können. Das macht viel Spaß und man lernt viel. Die Herausforderung ist, der Sache dienlich zu sein. Es geht vor allem darum, die Gestik und Haltung des Dirigenten zu deuten, um zu verstehen, was er dem Publikum übermitteln will. Genauso muss man aber ein Gehör dafür haben, was das Orchester spielt. Man sitzt auf der Stuhlkante und versucht, das Bestmögliche herauszuholen – zu einem großen Instrument zu werden.

Wie fühlen Sie sich, beim Eröffnungsfestival dabei zu sein?
Vorab: Ich freue mich auf die Chance und schätze das Orchester sehr. All das kommt zusammen und wird eine tolle Erfahrung werden. Aber ich bin nicht aufgeregt oder nervös. Wir kennen uns ja alle.

Was ist für Sie persönlich das Besondere an Musik?
Das muss man differenzieren. Mein Hauptinstrument ist die Gitarre. Das war auch mein Schwerpunkt im Studium. Ich mag die Vielseitigkeit des Instrument. Sie ist in allen Sparten der Musik zu Hause. Aber die Musik ist auch etwas Grenzübergreifendes. Das habe ich auf meinen Reisen immer wieder erlebt. Erst vor zwei Wochen war ich in Brooklyn, New York, unterwegs und habe dort gespielt. Vor drei Jahren war ich mit meinem Ensemble „l’art pour l’art“ auf US-Tournee und habe alte Kontakte gepflegt. Auftritte in Japan oder Korea waren besonders faszinierend. Ich habe dort mit den Künstlern traditionelle Musik gespielt. Auch ohne die gleiche Sprache sprechen zu können, haben wir uns verständig und gemeinsam musiziert. Die Welt ist klein und wir sind alle gleich. Man muss rausgehen und wiederkommen, um das eigene Schaffen besser kennen zu lernen.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 10:01 Uhr

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