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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:44 Uhr

„Endlich mal normale Leute“ : Wacken Clique aus dem Kreis Pinneberg feiert beim legendären Heavy-Metal-Open-Air

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Gruppe von Freunden aus dem Kreis Pinneberg hat die vergangenen Tage mit Wacken-Fans aus ganz Norddeutschland beim legendären Heavy-Metal-Open-Air gefeiert.

Wacken | „Endlich mal normale Leute!“ Das sagen sich Marc Schindler (38) aus Pinneberg und seine Kumpels jedes Jahr, wenn sie auf dem Wacken-Open-Air (WOA) angekommen sind. Dank goldener Flasche und Hamburg-Flagge auf dem Dach ist das große Zelt der Gruppe auf dem endlos wirkenden Campingplatz nicht zu verfehlen: Im Inneren herrscht während des Festivals rund um die Uhr Hochbetrieb. Mindestens ein Dutzend Leute sitzt auf Sofas, Campingstühlen oder auf dem Boden. Bier und andere alkoholische Getränke dürfen nicht fehlen, aus den Boxen dröhnt Musik, der Grill raucht.

Seit zwölf Jahren ist Schindler Stammgast auf dem größten Heavy-Metal-Festival der Welt im Kreis Steinburg. Im ersten Jahr fuhr er nur mit einer Gruppe von drei Leuten nach Wacken, inzwischen ist der Kreis auf 30 Teilnehmer aus ganz Norddeutschland gewachsen, darunter auch acht Frauen. „Nach und nach sind es immer mehr geworden. Sogar einige Luxemburger sind inzwischen dazugestoßen.“ Auch Arbeitskollegen des IT-Technikers kamen dazu, so zum Beispiel Roman Lang (37) aus Schenefeld, der mittlerweile zum zehnten Mal da ist. „Wacken ist einfach geil, das will ich mir nicht mehr nehmen lassen.“
Mit der Gruppe wuchs das Equipment, das auf dem Festivalgelände aufgebaut wird: Die Sofas stehen auf Wohnzimmerteppichen, die fein säuberlich auf dem Rasen ausgerollt sind. Drei Kühlschränke, vier große Boxen, Grills und Gaskocher stehen im Zelt. Drei Aggregate sorgen für Strom. Sogar eine Dusche aus Dachlatten und Kanistern haben die Jungs zusammengezimmert. Zwei Anhänger füllt die Festival-Ausrüstung, die das Jahr über bei Familie Telzer in Hamburg eingelagert wird.

Die Telzers gehören schon seit Langem zur Gruppe. Neben Robin (23) und Marc (27) ist auch Vater Norbert (55) mit dabei, der Älteste im Camp. „Unser Aufpasser“, wie Schindler ihn nennt. Als solcher will sich Norbert Telzer überhaupt nicht verstanden wissen: „Es ist einfach immer nur schön, in Wacken zu feiern.“ Die Gruppe sei genial und nicht zuletzt würden ja viele Bands in seinem Alter auf der Bühne stehen.

Jeweils am späten Nachmittag verlassen die Festival-Besucher ihr Camp, um sich auf den Weg zu den Konzerten zu machen. Gut 20 Gehminuten liegen die Hauptbühnen entfernt. Bands wie Skyline, Iron Maiden und Whitesnake haben sie in diesem Jahr unter anderem gesehen. „Whitesnake war richtig gut, von Iron Maiden waren wir etwas enttäuscht“, sagt Schindler. Der Sound sei nicht gut gewesen.

Wichtiger als die Konzerte sei die Zeit davor und danach: „Wir können uns immerzu beschäftigen“, sagt Marc Telzer, der sich gerade aus einer Ananas eine Kopfbedeckung schnitzt. „Ob wir grillen, ein Bier trinken oder einfach nur quatschen, es wird nie langweilig“, sagt Marc Schindler, in dessen Kalender Wacken jedes Jahr fest eingetragen ist. Rund 400 Euro kostet ihn der Festival-Besuch inklusive Ticket, Getränken und Verpflegung. Aber das sei es ihm Wert.

In der Woche nach dem Festival werden die WOA-Fans dann wieder vom Alltag eingeholt – spätestens wenn Norbert Telzer im Supermarkt das Flaschenpfand der vergangenen Woche zurückgibt. „Da werde ich manchmal böse angeguckt, wenn ich meine ganzen Säcke ausleere.“ Dennoch macht er sich die Mühe gerne: Vom Pfandgeld wird der Treibstoff für die Stromaggregate bezahlt.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 10:00 Uhr

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