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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 05:47 Uhr

35.000-Euro-Investition : Veraltete GSH-Küche wird zum Zündstoff

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausschuss für Kultur, Sport, Jugend diskutiert über eine 35.000-Euro-Investition. Persönliche Angriffe während der Beratung.

Pinneberg | Seit 34 Jahren wird die Küche im Geschwister-Scholl-Haus (GSH) genutzt. Mittlerweile sind Türbeschläge ausgeleiert, Türen fehlen oder sind herausgebrochen, Umleimer, Sockelblenden und Kranzleisten sind kaputt, Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben haben ihre besten Zeiten seit Jahren hinter sich. Doch eine neue Küche, für die die Verwaltung etwa 35.000 Euro veranschlagt hat, wird es vorerst nicht geben. Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Sport, Jugend folgten dem Antrag der CDU-Fraktion, das Thema zu vertagen.

„Eine Fachfirma soll klären, ob man Scharniere und Elemente austauschen kann, so dass die Küche weitere 15 bis 20 Jahre hält. Wir haben keine 35.000 Euro“, erläuterte Jürgen Jacob (CDU) den Antrag seiner Fraktion. „Ich trage seit 40 Jahren den Titel des Tischlermeisters und traue mir zu, das bewerten zu können“, sagte Peter Thomsen (Grüne und Unabhängige). Sein Urteil nach der Besichtigung im GSH: „Das ist alles gebastelt und Fummelkram. Das Ding ist auf.“ Den angesetzten Preis halte er für realistisch, bei zwei gegenüberliegenden Küchen. „Wir sollten über unseren Schatten springen und das durchwinken. Woher wir die Knete nehmen, weiß ich auch nicht“, sagte Thomsen. Das Urteil des Tischlermeisters reichte Kai Sibbert (CDU) nicht: „Ich glaube, dass Du da nicht neutral bist. Bei allem Respekt hast Du da die rosa-rote Brille auf. Die Küche ist nicht abgängig, sondern in einem sehr guten optischen Zustand. Ich bezweifle, dass Herr Thomsen neutral genug ist, um das zu bewerten.“ Daher solle ein vereidigter Gutachter oder ein Küchenexperte eine Expertise erstellen. „Mir spielt die Parteipolitik dabei eine zu große Rolle“, so Sibbert. Jacob relativierte: „Wir wollen es nur geprüft haben und nicht mit Schätzungen arbeiten.“

SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt sprach sich für die Investition aus: „Kostenschätzungen haben wir in anderen Bereichen auch. Da geht es aber um Millionenbeträge. Das wird immer so gemacht. Eine parteipolitische Aussage halte ich für weit hergeholt.“ Ihr Appell: „Für 35  000 Euro sollten wir uns nicht lange mit dem Thema aufhalten.“ Thomsen nahm den Angriff auf seine Person weniger gelassen: „Mir unterstellen, ich sei parteipolitisch gefärbt – unglaublich.“

Peter Thomsen (Grüne und Unabhängige).

Peter Thomsen (Grüne und Unabhängige).

 

Alexandra Waßong (FDP) mahnte: „Aus dem Protokoll des Lebensmittelkontrolleurs ist hervorgegangen, dass wir die Küche nur mit Hängen und Würgen durchgekriegt haben. Es ist ein absolutes Muss zu investieren.“ Schließlich werde die Küche sowohl für die Jugend- als auch für die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen genutzt. „Es ist nicht die günstigste, sondern die wirtschaftlichste Variante“, erläuterte Kai Perner, Leiter des Fachbereichs Bildung, Soziales, Kultur und Sport, die Kostenschätzung. Er verwies auf die Entscheidung des Ausschusses Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen. Dieser hatte bereits eine Prüfung beauftragt. „Diese müssen wir ohnehin vorlegen.“

Nach einer intensiven Debatte mahnte Jacob: „Wir sollten uns wegen einer Küche nicht streiten. Es sind Worte gefallen, die nicht in Ordnung sind. Da muss ich auch Kai Sibbert eine Breitseite verpassen. Wir wollen nicht unterstellen, dass Herr Thomsen keine Ahnung hat.“

Joachim Dreher, Fraktionsvorsitzender Grüne und Unabhängige, schüttelte den Kopf: „In anderen Ausschüssen gibt es Kostenschätzungen mit Mehrausgaben von zwei Millionen Euro und da wird von der Fraktion, die hier auf den Putz hat, nicht eine Nachfrage gestellt.“

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erstellt am 01.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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