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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:50 Uhr

Christina Walther : Umschulung führt zum Traumberuf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Christina Walther ist die neue Leiterin in der Kita in Ellerbek.

Ellerbek | Wäre es nach Christina Walther (54) gegangen, hätte sie gleich nach der mittleren Reife ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin begonnen. „Aber das ging nicht – ich war zu jung“, berichtete sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit Juli ist Walther die neue Leiterin des Ellerbeker Kindergartens, nachdem Ellen Heidecker in den Ruhestand gegangen war.

Nachdem der erste Berufswunsch nicht umsetzbar war, entschied sich Walther dagegen, das Abitur zu machen und begann stattdessen eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin. Acht Jahre lang arbeitete sie in einer Hamburger Praxis. „Das Besondere war, dass wir häufig in Kindergärten waren, um dort mit den Kindern Zahnpflege zu üben“, erinnerte sich Walther. Stets habe sie sich in den Einrichtungen „so richtig wohl“ gefühlt.

Dann bekam sie selbst Nachwuchs, und als die drei Kinder größer waren, überlegte sie, auch wieder erwerbstätig zu sein. „Da habe ich mich gefragt, ob ich wirklich bis zum Ende des Berufslebens Zahnarzthelferin sein möchte“, sagte Walther. Ihr Mann schließlich war es der vorschlug, dass sie sich beim Arbeitsamt nach den Möglichkeiten einer Umschulung erkundigen solle. „14 Tage nach dem Gespräch dort hatte ich bereits einen Platz an der Fachschule für Sozialpädagogik in Itzehoe“, berichtete Walther.

Vier Jahre später schloss sie mit dem Examen ab. Ihre erste Stelle: Im Ellerbeker Kindergarten. Nach einem dreijährigen Zwischenspiel in Rellingen kehrte Walther 2009 nach Ellerbek zurück, ein Jahr später war sie bereits mit der Abwesenheitsvertretung der Leiterin beauftragt. „Ich freue mich so sehr über die Zusage auf meine Bewerbung, die Leitung zu übernehmen“, sagte Walther. Sie sei dankbar dafür, in solch einem guten Team zu arbeiten.

Das generationenübergreifende Projekt der „Musicantis“, bei dem Senioren gemeinsam mit Kindergartenkindern singen und musizieren, wolle sie auf jeden Fall fortsetzen. Daneben gebe es viele kleine Projekte in den Gruppen. „Wir stellen uns immer die Frage: Was interessiert die Kinder?“, erläuterte die Leiterin. Vieles entstehe dabei aus Alltagssituationen heraus – und manchmal komme es auch vor, dass ein Thema sich in eine ganz andere Richtung entwickle, als es ursprünglich geplant war. „Bildung passiert aber nur, wenn die Motivation, etwas zu lernen, von den Kindern kommt“, betonte Walther. Es sei wichtig, Kindern Zeit zu geben, sich zu entwickeln, statt sie mit „verordneten“ Freizeitangeboten in eine Form zu pressen. „Es ist ein spannender und toller Beruf“, resümmiert die 54-Jährige. Auf ihre neuen Aufgaben bereitet sie sich bereits seit dem vergangenen Jahr mit einer Langzeit-Fortbildung vor.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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