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So häufig krachte es noch nie : Trauriger Rekord - Unfallstatistik für den Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aber - weniger Verletzten. Mehr Unfälle nach Drogenkonsum. Hauptunfallursache: Fehler beim Abbiegen.

Kreis Pinneberg | Trauriger Rekord: 7565 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr im Kreis Pinneberg ereignet. So viele wie noch nie. Zum Vergleich: 2007 waren es „nur“ 5817. Hauptursache waren Fehler beim Abbiegen und Missachtung der Vorfahrt. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht 2016 der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg hervor.

Parallel zu immer höheren Unfallzahlen stieg allerdings auch die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge im Kreis Pinneberg. 205  891 waren es im vergangenen Jahr. Gut 17.000 mehr als noch 2012. Kleiner Lichtblick: Die Zahl der Verletzten ging, verglichen mit 2015, um 23 auf 1472 zurück. 17-mal verursachten Fahrer, die sich nach dem Konsum von Drogen ans Lenkrad gesetzt hatten, Unfälle. 2015 waren es neun gewesen. Dafür sind die alkoholbedingten Unfälle um 16 Prozent auf 105 gesunken.

Immer wieder für Diskussionsstoff sorgt die Zahl der Unfälle, für die Senioren verantwortlich sind: 350-mal haben im vergangenen Jahr Menschen, die älter als 65 Jahre alt waren, einen Unfall verursacht. Das waren 12,2 Prozent beziehungsweise 38 Unfälle mehr als 2015. 277-mal waren junge Fahrer (18 bis 25 Jahre) Unfallverursacher. Etwas weniger als im Vorjahr (292). Zum Vergleich: Der Anteil der 18- bis 24-jährigen betrug (Stand: 31. Dezember 2015) gerade einmal 7,2 Prozent (22  101), der Anteil der 25- bis 29-Jährigen 5,2 Prozent (16  076). Weitaus größer war 2015 dagegen der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung im Kreisgebiet. 68  016 Menschen (22,1 Prozent) waren Ende 2015 genau oder älter als 65 Jahre.

Gefährlich lebten erneut Fahrradfahrer und Fußgänger. 534-mal waren Radler in Unfälle verwickelt, 516 von ihnen wurden verletzt. Ein Jahr zuvor waren 475 Verletzte bei 510 Unfällen zu beklagen gewesen. Die Zahl der Unfälle, an denen Fußgänger beteiligt waren, sank um 10,9 Prozent auf 110. Allerdings wurden dabei 123 Menschen verletzt , neun mehr als im Jahr zuvor.

Bei den Unfallursachen hat die Polizei-Direktion nicht, wie bei den übrigen Daten, nach Kreisen unterschieden. Am häufigsten (982 Mal) krachte es demnach in den den Kreisen Pinneberg und Segeberg wegen Fehlern beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Auf Platz zwei der häufigsten Unfallursachen liegt das Missachten der Vorfahrt (924). Die „nicht angepasste Geschwindigkeit“ war 457-mal Ursache für Unfälle.

Insgesamt gab es 2016 im gesamten Bereich der Polizeidirektion 227 Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war. Der unrühmliche Spitzenreiter bei den Pkw-Fahrern hatte 3,47 Promille Alkohol im Blut. Einen Lkw-Fahrer erwischte die Polizei mit 3,11 Promille. Ein Radfahrer hatte so viel gezecht, dass er auf 3,01 Promille kam. Zudem war ein total betrunkener Fußgänger (3,71) an einem Unfall beteiligt. Die meisten Unfälle im Kreis Pinneberg ereigneten sich 2016 mit 345 in Elmshorn. Zwei Menschen starben dort. In Pinneberg krachte es 257-mal. Dort starben ebenfalls zwei Menschen. In Quickborn registriere die Polizei 137 Unfälle. Ein Mensch wurde tödlich verletzt. 187 Verkehrsunfälle ereigneten sich in Wedel, ein Mensch starb. Überwiegend sind Verkehrsunfälle auf menschliches Fehlverhalten zurück zu führen, weil Verkehrsregeln nur eingeschränkt beachtet oder gar bewusst ignoriert werden“, so Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Er kündigte an, dass sich die Polizei in diesem Jahr verstärkt der Bekämpfung der Unfallursachen „Verkehrsteilnahme unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten“, „zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit“ sowie „Ablenkung durch Mobiltelefonnutzung“ widmen wird.

Auch auf Landesebene hat die Zahl an Unfällen im vergangenen Jahr zugenommen.

Zehn Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Straßen des Kreises Pinneberg

13. Februar 2016

Ein 77-Jähriger kam kurz hinter der Ortseinfahrt Hasloh mit seinem Pkw nach links von der Fahrbahn ab. Dabei prallte das Auto ungebremst gegen einen Baum. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

20. März 2016

Eine 35-Jährige fuhr mit ihrem Pkw rückwärts von ihrem Grundstück in der Ansgarstraße in Elmshorn  auf die Fahrbahn. Dabei übersah sie eine 91-Jährige, die gerade auf dem Gehweg die Einfahrt passierte. Die Seniorin wurde von dem Auto erfasst und erlitt schwere Verletzungen, an denen sie einige Stunden später im Krankenhaus starb.

9. April 2016

Ein 54-Jähriger fuhr mit seinem Pkw in Barmstedt auf der Feldstraße in Richtung Mühlenstraße. Eine 77-Jährige wollte währenddessen mit ihrem Fahrrad von der August-Christen-Straße in die Feldstraße abbiegen. Sie ließ dem Pkw-Fahrer zunächst die Vorfahrt und bog nach links in die Feldstraße ein, nachdem dieser die Einmündung passiert hatte. Der 54-Jährige hielt jedoch auf der Fahrbahn an und setzte gerade zurück. Dabei erfasste er die Radfahrerin. Sie starb einen Tag später im Krankenhaus.

23. Mai 2016

Ein 45-Jähriger war auf der Landesstraße 112 in Richtung Groß Offenseth-Aspern unterwegs. Er kam nach links auf die Gegenfahrbahn ab und stieß mit dem Kleintransporter einer 58-Jährigen zusammen, die ihm entgegenkam. Der Mann starb. Weshalb sein Auto von der Fahrbahn abgekommen war, konnte nicht geklärt werden.

17. August 2016

Ein 25-jähriger Pkw-Fahrer übersah an der Kreuzung Sibirien/Wittenberger Straße in Elmshorn einen 38-jährigen Motorradfahrer, der auf der Wittenberger Straße in Richtung Horst fuhr und Vorfahrt gehabt hätte. Der Motorradfahrer prallte so heftig  gegen die Beifahrerseite des Pkw, dass er an den Folgen des Unfalls starb.

31. Oktober 2016

Ein 43-Jähriger Motorradfahrer war auf der Schulauer Straße in Wedel in Richtung Gorch-Fock-Straße unterwegs, als er in einer langgezogenen Linkskurve die Kontrolle über sein Motorrad verlor, das gegen den Bordstein kam. Dadurch wurde der 43-Jährige von seinem Motorrad geschleudert und prallte gegen einen Mülleimer. Er starb im Krankenhaus.

4. November 2016

Ein 48-jähriger Fußgänger überquerte die vierspurige Altonaer Chaussee in Schenefeld. Er kam bis zur Fahrbahnmitte, dann wollte er die Spur queren, auf der ein 24-Jähriger mit seinem Pkw in Richtung Hamburg unterwegs war. Der 24-Jährige sah den Fußgänger zu spät, er versuchte noch  auf die zweite Fahrbahn auszuweichen, doch dies gelang ihm nicht. Der Fußgänger wurde vom Auto erfasst und starb im Krankenhaus.

20. November 2016

Ein 34-Jähriger, der einen Blutalkoholwert von 1,67 Promille hatte, fuhr mit seinem Auto auf der LSE aus Richtung Schenefeld kommend nach Pinneberg. Der Pkw geriet aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er mit dem Auto eines 73-Jährigen zusammen. Der 34-Jährige starb an der Unfallstelle. Der 73-Jährige starb später im Krankenhaus, sein Enkel und sein Sohn, die mit ihm im Auto saßen, wurden bei dem Unfall leicht verletzt.

9. Dezember 2016

Ein 81-Jähriger war mit seinem Krankenfahrstuhl auf der Friedrichsgaber Straße in Quickborn unterwegs. Als er nach links in den Bredenmoorweg einbiegen wollte, übersah er einen Linienbus, der ihm entgegenkam. Durch die Wucht des Zusammenstoßes wurde der Mann etwa 70 Meter zurückgeschleudert. Er starb am Unfallort.

 
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erstellt am 15.Mär.2017 | 15:00 Uhr

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