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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 21:40 Uhr

Steinberg tritt noch einmal an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Interview Bürgermeisterin will in zweiter Amtszeit die Finanzen in den Griff bekommen und sich um weitere Neuansiedlungen kümmern

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos), wagt im zweiten Teil des Tageblatt-Interviews einen Blick in die Zukunft. 2030 sei Pinneberg eine pulsierende Kreisstadt, prognostiziert sie.

Frage: Wo sehen Sie
die Stadt 2030?
Urte Steinberg: Pinneberg ist dann eine pulsierende Kreisstadt mit einer lebendigen Innenstadt, mit gut ausgebauten Radwegen, modernen Schulen, mit Unternehmen, die umweltschonend produzieren, einem gesunden Mix zwischen jungen und alten Menschen und einer motivierten und bürgernahen Verwaltung, die über genügend Personal und Gelder verfügt, damit sich alle Generationen hier wohl fühlen.

Woran denken Sie bei Pinneberg zuerst?
Persönlich, ehrlich und zum Wohlfühlen – eine Stadt auf dem Weg von der Stadt neben Hamburg zur attraktiven Mittelstadt.

Derzeit sind zahlreiche neue Wohneinheiten geplant oder schon fertig. Ist die Infrastruktur dafür gegeben? Gibt es genügend Krippen-, Kita- und Schulplätze?
Derzeit ist die Versorgung, unserer finanziellen Leistungsfähigkeit entsprechend, gut. Hören Sie sich mal dagegen die Eltern in kleineren Kommunen an, die händeringend Kitaplätze suchen. Klar ist aber auch, dass nicht nur Singles in die Neubauten ziehen. Wir müssen daher unsere Schul- und Kitabedarfsplanung an die Stadtentwicklung anpassen und darüber frühzeitig mit den Investoren sprechen.

An der THS ist es wieder zu Verzögerungen beim Bau der Fassadensanierung gekommen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, hier zu beschleunigen?
Ich setze auf den neuen Fachbereichsleiter für den Fachbereich Schulen, Kindergärten und Jugend, Besetzung von Stellen beim Kommunalen Servicebetrieb, interne Prozessbeschleunigungen und mehr methodisches Projektmanagement.

Die Innenstadt verändert durch zahlreiche Bauvorhaben derzeit ihr Gesicht. Wie wird sich der Einzelhandel aus Ihrer Sicht zukünftig entwickeln? Bringt es der City etwas, wenn hier mehr Menschen wohnen oder sollten lieber neue Verkaufsflächen geschaffen werden?
Beides ist sinnvoll. Durch neue Bewohner kommt Kaufkraft ins Zentrum. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an den Handel, Einkaufen muss stärker zum Erlebnis werden. Das bedeutet auch, dass unsere Grundeigentümer und Investoren weiter gefordert sind, Geld in die Hand zu nehmen. Die Bereitschaft dazu ist da, die schon realisierten Neubauten zeigen das. Wir brauchen zusätzlich Modernisierung im Bestand. Derzeit führen wir interessante Gespräche mit Investoren, die insbesondere im östlichen und westlichen Teil der Fußgängerzone noch viel vorhaben. Die Musik spielt also nicht nur vor dem Rathaus und das ist gut so. Pinneberg lebt von seiner Vielfalt.

Sie haben angekündigt, für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Welche Projekte wollen Sie noch bis zur nächsten Wahl im Jahr 2018 realisieren? Haben Sie bereits Pläne für eine zweite Amtszeit?
Ich konnte in meinen ersten drei Amtsjahren dazu beitragen, dass viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht wurden: die Westumgehung, City-Neubauten, der Bahnhof, die Parkstadt. Als gelernte Bankerin ist mir das Thema Finanzen besonders wichtig. Nachdem 2015 die Eröffnungsbilanz fertig wurde und in diesem Jahr die fehlenden Abschlüsse 2009/2010 und danach die weiteren folgen, werde ich daran arbeiten, die Einnahmen der Stadt zu steigern. Mein Ziel ist, und darum möchte ich mich gern in einer zweiten Amtszeit kümmern, dass die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt hat, sie also nur das ausgibt, was sie auch einnimmt. Da ich aus der Wirtschaft komme und der Sektor für die Entwicklung der Stadt sehr wichtig ist, werde ich mich auch weiterhin intensiv um die Belange der Unternehmen in der Stadt kümmern und auch persönlich um Neuansiedlungen werben. Gute Schulen und bedarfsgerechte Kindertagesbetreuung bleiben für mich ein Kernanliegen und ich werde mich auch hier persönlich um die nötigen Fortschritte kümmern. Denn unsere Kinder sichern die Zukunft unserer Stadt.

Stichwort Stadtmarketing: Wirtschaft, Politik und Verwaltung arbeiten daran, für Pinneberg ein positives Image aufzubauen. Sehen Sie bereits Veränderungen?
Eindeutig ja. Viele Pinnebergerinnen und Pinneberger sind schon dabei, positiver über unsere Stadt zu sprechen. Es braucht viel Geduld und Zeit, Einstellungen zu ändern. Mein Eindruck ist, dass wir noch ein gutes Stück Weg vor uns haben, bis es selbstverständlich ist, im Urlaub auf die Frage, woher man denn komme, nicht mehr verlegen mit „Hamburg“ zu antworten.

Was ist im ersten Halbjahr 2016 alles gut gelaufen?
Pinneberg ist gut ins neue Jahr gestartet. Die Innenstadt hat durch millionenschwere private Investitionen wichtige Wachstumsimpulse bekommen. Das Volksbank-Parkhaus wurde eröffnet, mit dem Drogeriemarkt DM und Konditorei Junge sind neue Einzelhandelsflächen attraktiv belegt und ziehen Kundschaft ins Zentrum. Die Hamburger Firma Inter-Papier hat mit ihrem Neubau auf dem Marktplatz begonnen und wird in diesem Jahr ihren Firmensitz nach Pinneberg verlegen. Wir werden das bei der Gewerbesteuer deutlich positiv merken. Das ehemalige Kreishaus wurde saniert und ist mittlerweile an Dienstleister vermietet. Der Wohnungsbau dort geht mit großen Schritten voran, die ersten Mieter werden bald auf dem ehemaligen Kreishausareal einziehen. Wenn Sie sich auch die benachbarten Wohnungsbaustellen ansehen, spüren Sie die positive Stimmung, die es bei Investoren gibt. In der Parkstadt Eggerstedt sind die ersten Häuser bezogen, bald sind 250 Wohneinheiten gebaut. Das Gewerbe wird nachziehen und die geplanten Bauten errichten. Die Wabe hatte Richtfest für die Internationale Schule, das Internat und die Pläne für die Akademie kommen voran. Dank des milden Winters wurde die Westumgehung ohne Unterbrechung weiter gebaut, wir sind im Zeitplan. Das gilt auch für den Bahnhof. Die neue Park&Ride-Anlage ist fertiggestellt, der Busbahnhof entsteht zurzeit. Die Bebauungspläne für den Ossenpadd und das Rehmenfeld wurden auf den Weg gebracht, die Fenstersanierung und der Umbau des Stadtmuseums sind fertiggestellt. Als erste größere Feuerwehr haben wir die Umstellung auf den Digitalfunk fast abgeschlossen.



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erstellt am 25.Aug.2016 | 16:21 Uhr

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