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Pinneberger Tageblatt

27. April 2017 | 16:46 Uhr

„Sport lässt alles mit sich machen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kritik Appens TuS-Vorsitzender Wilfred Diekert wünscht sich mehr Unterstützung von der Politik / Ralf Stegner besucht den Verein

„Wir Sportler lassen alles mit uns machen und wehren uns nicht“, sagte Wilfred Diekert, Vorsitzender des TuS Appen. Der Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hölck und von SPD-Landeschef Ralf Stegner in Appen war wahrlich keine typische Wahlkampfveranstaltung. Eigentlich erwarten Politiker bei solchen Zusammenkünften meistens Lob und warme Worte. Im TuS-Heim erklärte ihnen Diekert dagegen, warum der Sport sich von den Verantwortlichen in Kiel im Stich gelassen fühlt.

Das Land stehe laut Verfassung in der Pflicht, den Sport zu fördern, erklärte der TuS-Vorsitzende. „Es passiert aber nichts“, kritisierte Diekert. Es könne beispielsweise nicht angehen, dass nur ein Prozent der gesamten Ausgaben dem Sport zu Gute kommen. Dazu stellte der TuS-Chef fest, dass es gerade für die kleinen Vereine enorm schwer sei, Kinder und Jugendliche im Verein zu halten. So habe der TuS 206 Mitglieder im Alter von sieben bis elf Jahren. Bei den Zwölf- bis 14-Jährigen seien es nur noch etwa 120. Die Handball-Abteilung musste aufgrund der zahlreichen Abgänge sogar aufgelöst werden. „Wenn die Kinder die weiterführenden Schulen in anderen Orten besuchen, sind sie für die kleinen Vereine meistens verloren“, so Diekert. Der TuS habe nicht die personellen und erst recht nicht die finanziellen Möglichkeiten, um mit den Schulen und Vereinen in den Nachbarkommunen zu kooperieren. Dazu komme, dass der Nachwuchs dort häufig gezielt abgeworben werde.

Auch die immer weiter zunehmende Bürokratie belaste die Vereine. Wer sich ehrenamtlich engagiere, müsse schon fast ausgebildeter Jurist sein. Förderanträge seien beispielsweise so kompliziert, dass sie kaum zu verstehen seien, so Diekert. Diese Auffassung teilt auch Stegner. „Es ist falsch, die Vereine mit Vorschriften zu gängeln“, sagte der SPD-Landesvorsitzende. Großen Anteil daran haben aus seiner Sicht die häufig übertriebenen Anforderungen der Rechnungsprüfungsämter. Werden diese nicht eingehalten, werde aber sofort die Verschwendung von Steuergeldern kritisiert.


Stegner stellt mehr Geld in Aussicht


Immerhin stellte Stegner mehr Geld in Aussicht. So soll der Sport in der kommenden Legislaturperiode unter anderem einen festen Prozentsatz von den Einnahmen aus den Sportwetten erhalten. Das stimmte am Ende auch Diekert versöhnlich. Es sei erfreulich, dass die SPD-Politiker sich die Sorgen des TuS anhören, lobte er.

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erstellt am 04.Mär.2017 | 10:21 Uhr

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