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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 18:32 Uhr

„Quickborn hilft“ : Spende für Kevins nächste Therapie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Intensive Behandlung für querschnittsgelähmten Kevin Falk aus Bilsen. Apothekerin Erika Stehr gab den Anstoß.

Quickborn/Bilsen | Lichtblick für den 16-jährigen querschnittsgelähmten Kevin Falk aus Bilsen: Die Organisation „Quickborn hilft“ hat gestern der Familie einen Scheck in Höhe von 5000 Euro überreicht, damit sich der Jugendliche erneut eine Intensiv-Therapie in einer Pforzheimer Privatklinik unterziehen kann. Da die Krankenkasse nur einen Teil der Kosten übernimmt, ist die Familie auf Spenden angewiesen.

„Wir möchten Kevin auf seinem Lebensweg ein Stück begleiten“, sagte Apothekerin Erika Stehr während der Begrüßung der Familie sowie der Vertreter von „Quickborn hilft“, Andreas Torn, Wolfgang Kluge und Schirmherr Carlo von Tiedemann. „Und das nicht nur finanziell, sondern auch moralisch“, ergänzte Kluge. Stehr hatte vor Kurzem den Kontakt zwischen der Hilfsorganisation und der Familie hergestellt, nachdem sie von der Ablehnung der Krankenkasse erfahren hatte, die weiteren Kosten der Therapie zu übernehmen.

Spontan sprach Stehr Kluge an und berichtete ihm von dem Fall. „Ich gehe mit gutem Beispiel voran und spende 1000 Euro, könnt ihr nicht auch helfen?“, hakte sie nach. Und musste nicht lang bitten. „Danke, dass wir auf das Schicksal aufmerksam gemacht wurden“, sagte Kluge. Vor gut zwei Jahren war für die Familie binnen weniger Sekunden alles anders: Kevin verunglückte beim Trampolinspringen so schwer, dass er seitdem vom vierten Halswirbel an abwärts gelähmt ist. „Es hieß am Anfang, dass er nicht mehr alleine atmen und auch seine Arme nie mehr bewegen könne“, berichtete Mutter Nicole Falk.

Doch die Ärzte hatten Kevins ungeheuren Lebenswillen unterschätzt: Nach und nach schaffte er es, seine Arme zu kräftigen, so dass er inzwischen wieder selbstständig essen kann. „Sein Rumpf ist stabil, er benötigt kein Korsett mehr und die Medikamente konnten auch reduziert werden“, zählte die Mutter auf.

Ein Stück mehr Selbstständigkeit

Ziel der erneuten Therapie ist es, dass Kevin sich allein umsetzen kann und so noch ein Stück selbstständiger wird. „Wenn ich das nicht schaffe, dann schaffe ich etwas anderes“, ist Kevin optimistisch. Mit zwei Therapeuten wird er ab dem 17. Oktober sechs Stunden täglich trainieren, drei Wochen lang. „Die Ärzte dort gehen mit der Einstellung heran, dass man es einfach probieren muss“, berichtete Kevin.

Seine Freunde, die im Januar vergangenen Jahres ein Benefiz-Fußball-Turnier organisiert hatten, würden ihn zwar vermissen, doch diesmal sei er ja nur für drei Wochen weg. „Und die Krankenkasse hat inzwischen immerhin zugesagt, einen Teil der Kosten zu übernehmen“, zeigte sich die Mutter erleichtert. Für den Rest bedankte sie sich bei den Spendern: „Ich bin einmal mehr überwältigt von dieser unglaublichen Hilfsbereitschaft.“

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erstellt am 31.Aug.2016 | 12:15 Uhr

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