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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 21:40 Uhr

Sana „rücksichtslos und kaltherzig“ : SPD-Kreisparteitag: Kritik an Heim-Schließung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Thomas Hölck als Vorsitzender wiedergewählt. Kritik an Heim-Schließung und Kampfansage an die AfD.

Kreis Pinneberg | „Sana wusste bei der Übernahme Bescheid über den Zustand der Gebäude und kannte die bestehenden Tarifverträge“, sagte der SPD-Kreisvorsitzende Thomas Hölck am Sonnabend auf dem Kreisparteitag der Sozialdemokraten in Elmshorn. „Das Verhalten von Sana ist rücksichtslos und kaltherzig. Ich verurteile das Vorgehen aufs Schärfste“, kommentierte Hölck die geplante Schließung des Pflegeheims in Kummerfeld. Dabei müsse unterschieden werden, ob es sich um ein Einzelunternehmen oder einen Konzern mit 2,1 Milliarden Euro Umsatz im Jahr handle.

Thomas Hölck wurde von den Delegierten des SPD-Kreisparteitags als Kreisvorsitzender wiedergewählt. Er erhielt 83 Ja-Stimmen der 85 anwesenden Delegierten. Ebenfalls im Amt bestätigt wurden seine Stellvertreterin Elke Schreiber, Kassierer Ulrich Rahnenführer, Organisationsleiter Werner Harms sowie die Beisitzer Christoph Bittner, Jens von Häfen, Heidi Keck, Dörte Köhne-Seiffert, Jutta Kross, Helge Neumann und Kai Vogel. Susanne Dohrn wurde als Nachfolgerin von Anne-Christin Speichert gewählt, die sich aus persönlichen Gründen nicht wieder zur Wahl als Pressesprecherin stellte. Maximillian Krause wurde als Beisitzer neu in den Kreisvorstand gewählt und folgt auf Jens Fettkenheuer.

„Wer ein Pflegeheim kauft, kauft nicht nur ein Gebäude aus Stahl, sondern übernimmt auch Verantwortung für Menschen. Menschen, die sich aus eigener Kraft nicht mehr helfen können“, mahnte Hölck. Vor allem bei Demenzkranken könnten kleinste Veränderungen zu enormen Problemen führen. „Wo sollen 110 Heimbewohner hin, bei einer Auslastung der Pflegeheime von 94, 96 oder 98 Prozent?“, fragte Hölck. Er fürchte eine Verteilung über das gesamte Bundesland. „Dort sind Freundschaften entstanden, vielleicht die letzten, die im Leben geschlossen werden, und die nun zerstört werden“, sagte Hölck.

Mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr sagte Hölck: „Es wird schon gemunkelt, ob die Pinneberger Abgeordneten eine eigene Bank im Landtag erhalten.“ Aus dem Kreisgebiet treten vier SPD-Kandidaten an. Hölck ist sich sicher: „Wir sind gut aufgestellt, sind kampfstark und sichtbar.“ Er forderte von den Mitgliedern, selbstbewusst und mit breiter Brust sowie aufrecht in den Wahlkampf zu gehen. „Die nächsten zwei Jahre werden die Jahre der Wahlkämpfe“, betonte Hölck. Dabei richtete er seinen Blick vor allem auf die AfD. In Anlehnung an das Buch „Er ist wieder da“ von Timus Vermes, in dem Adolf Hitler im Jahr 2011 in Berlin wieder zum Leben erwacht, sagte Hölck: „Er ist nicht wieder da, aber sie sind wieder da. Die ewig Gestrigen. Die, die hinterherlaufen ohne zu reflektieren. Ich bin entsetzt, wie oft Demokratie in Frage gestellt wird.“ Rechtspopulismus führe in Nationalismus und dieser in den Abgrund. „Wir brauchen keinen Abgrund für Deutschland. Wir kämpfen stolz und selbstbewusst gegen die AfD“, sagte Hölck.

Bei den Wahlen wurden fast alle Vorstandsmitglieder wiedergewählt. „Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, muss man sich auch mögen“, sagte Elke Schreiber, die als stellvertretende Vorsitzende im Amt bestätigt wurde.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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