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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Notfälle realistisch darstellen : So geht realistische Unfall- und Notfalldarstellung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Erstes RUND-Treffen in der Gustavstraße in Halstenbek. Teilnehmer spielen Patienten und Unfallopfer.

Schenefeld | Mit roter Farbe bestreicht Torben Koop einen Oberarm. Beim Schminkprozess entsteht eine täuschend echt aussehende Schnittwunde. Die Wundränder klaffen dabei weit auseinander. Wundwachs, Fixierpuder und Blutpaste gehören zu den nützlichen Utensilien. Dr. Björn Otto gelang es, eine Realistische Unfall- und Notfalldarstellungs-Gruppe (RUND) aufzubauen. Sieben DLRG-Mitglieder sind zum ersten RUND-Treffen Schleswig-Holstein Süd in der Gustavstraße in Halstenbek erschienen. „Das neue Angebot ermöglicht es, sich spielerisch mit erster Hilfe wie mit Sanitätsmaßnahmen auseinanderzusetzen“, erklärte Gruppenleiter Otto. Teilnehmer könnten testen, ob sie der Sanitätsbereich interessiert.

Beim neuen Bildungsangebot geht es darum, Verletzungen fachgerecht zu versorgen. „Wir möchten die Hemmschwellen abbauen, Wunden zu versorgen“, sagte Otto. Der Leiter und sein Team zielen zudem darauf ab, die Ausbildungsqualität auf dem Gebiet der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung zu verbessern. Otto erwarb das Rüstzeug einschließlich Zertifikat im März dieses Jahres. Er absolvierte dazu zahlreiche Lehrgänge in Erster Hilfe und RUND.

Zum RUND-Team gehören: Katharina Kirschnick (v. l.), Celine Beneke, Solveig Heykendorf, Dr. Björn Otto, Torben Koop, Sascha Schüler und Selina Stoffer.
Zum RUND-Team gehören: Katharina Kirschnick (v. l.), Celine Beneke, Solveig Heykendorf, Dr. Björn Otto, Torben Koop, Sascha Schüler und Selina Stoffer. Foto: Heiderhoff
 

Bei den Kursen erwarb er die erforderlichen Kenntnisse, um einen Erste-Hilfe-Kursus selbstständig organisieren und leiten zu können. Der 30-Jährige schaffte es zudem, diverse ambitionierte junge Menschen für sein Angebot zu gewinnen. „Ich habe einen RUND-Grundkursus absolviert, der mir viel Spaß gemacht hat“, freute sich Celine Beneke (18). Alle weiteren Teilnehmer des jüngsten Treffens in den DLRG-Räumen an der Gustavstraße absolvierten ebenfalls eine Unterrichtseinheit.

„Ehrenamtliche Tätigkeiten sind wichtig“, betonte der Leiter des Jugendeinsatzteams Koop. Die Qualität in der Ausbildung werde mit der Bildungsarbeit entscheidend verbessert. „Ich bin begeistert von dem Angebot“, bilanzierte zudem Sascha Schüler. Wie die anderen Grundkursteilnehmer absolvierte Schüler seinen ersten Einsatz beim DLRG-Landesverband Hamburg. Er mimte dort unter anderem Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten. Der 15-Jährige demonstrierte ferner bei der Sanitätsausbildung, wie in solchen Fällen zu reagieren ist.

Praktische Fallbeispiele und Szenario-Trainings sind für alle Retter wichtige Elemente in der Aus- und Fortbildung. Damit diese möglichst realitätsnah laufen, werden die Patienten durch Mimen gespielt. Privatpersonen, Firmen, Vereine wie Rettungsdienste können das RUND-Team samt Angebot buchen. Beim Landesverband demonstrierten beispielsweise fünf Teilnehmer drei Stunden lang ihre Kenntnisse. Sie zeigten insgesamt 15 Fallbeispiele. Die jungen Profis verlangten hierfür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 120 Euro. Das Geld fließt in die Gruppenkasse. „Den Betrag möchten wir einsetzen, um Ausflüge zu unternehmen und das Gruppengefühl zu stärken“, erläuterte Otto.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 13:00 Uhr

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