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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Smillas Gespür für Kinder

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Positive WirkungSeit September bringt Lehrerin Mareike Mähl ihre Sheltie-Hündin mit in den Unterricht an der Comenius-Schule

Ein Hund in der Schule: Wovon viele Mädchen und Jungen nur träumen können, ist für die Schüler der Johann-Comenius-Schule (JCS) in Thesdorf Wirklichkeit geworden. Seit diesem Schuljahr bringt Lehrerin Mareike Mähl täglich ihre fünf Jahre alte Smilla mit in den Unterricht. Besonders die 6  d findet das klasse. Weil Mähl dort Klassenlehrerin ist, haben die 21 Schüler am meisten von dem Experiment Schulhund.

Seitdem Smilla um die Schultische schnüffelt und sich bei dem einen oder anderen ihre Streicheleinheiten abholt, hat sich das Arbeitsklima in der Klasse verbessert. „Sie bringt tatsächlich mehr Ruhe hinein“, berichtet Mähl. Die Schüler nicken eifrig. Sie haben gelernt, dass das Gehör des Hundes viel empfindlicher ist als das menschliche – und nehmen Rücksicht, auch wenn sie ihre Freude ausdrücken.

Vorher sei er vor Klassenarbeiten ein bisschen aufgeregt gewesen, berichtet Jonas von seinen neuen Erfahrungen. Smilla beruhige ihn jetzt. Auch Paula ist begeistert: „Man freut sich ein bisschen mehr auf den Unterricht, weil der Hund dabei ist“, bekennt sie. „Wenn ich aufgeregt aus der Pause komme, streichel ich sie und werde ruhiger“, das will Olli unbedingt loswerden. Luisa sieht sogar Vorteile für den Hund: „Sie beruhigt uns und wir beruhigen auch sie“, weiß das Mädchen.

Dass mit Smilla und den Schülern alles so gut klappt, hat auch mit ihrer Rasse zu tun, erklärt Mähl. Smilla ist ein Sheltie. Die britischen Hütehunde lernen und arbeiten gern und sind „einigermaßen wesensfest“. Das heißt, dass sie mit Geräuschen und Trubel gut umgehen können.

Zudem hat die Lehrerin mit Smilla schon früh beim Hundesport mitgemischt. Ihr Interesse an tiergestützter Pädagogik führte sie zu Verhaltens- und Eignungstraining, das beide auf die Aufgabe vorbereitete. Als alle Prüfungen abgelegt waren, ging Mähl mit ihrer Idee zur Schulleitung – und rannte offene Türen ein: Die Schulkonferenz habe das Experiment Schulhund einstimmig durchgewunken, erzählt die Klassenlehrerin lächelnd.

Zur Einführung in die Situation ging Smilla zunächst zwei Wochen an der Leine. Denn es gab auch Schüler, die schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hatten. Doch auch sie sind bereits zu Hundeliebhabern geworden.

Um den Hundedienst wird sich mittlerweile in der Klasse gerissen. Und auch die Hunderegeln, die an der Wand hängen, werden gewissenhaft befolgt. Das Händewaschen vor dem Essen klappe beispielsweise bedeutend besser als früher, sagt Mähl. Aber die Regeln schützen auch Smilla. Wenn der Hund schläft, wird er in Ruhe gelassen – selbstverständlich für die 6  d.  

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