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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

„Sie haben Pionierarbeit geleistet“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kinderhospiz Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe besucht Sternenbrück in Rissen / Neues Gesetz soll Arbeit erleichtern

Das Rissener Kinderhospiz Sternenbrücke hat gestern hohen Besuch aus Berlin bekommen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ließ sich die Einrichtung von der Leiterin Ute Nerge und Geschäftsführer Peer Gent zeigen.

„Ich bin gern hier. Sie waren vor 13 Jahren eine der ersten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Sie haben Pionierarbeit geleistet“, sagte Gröhe. Die Sternenbrücke ist eines von deutschlandweit nur etwa einem Dutzend stationärer Kinderhospize. „Sie sind vorangegangen. Die Politik ist da eher nachgeeilt“, gab Gröhe zu, dass das Thema Kinderhospizbetreuung lange nicht auf der Agenda von Regierungen und Abgeordneten stand.

Mit dem Hospiz- und Palliativgesetz, beschlossen im vergangenen Herbst, seien die Rahmenbedingungen für die Betreuung schwerkranker Kinder deutlich besser geworden, sagte der Gesundheitsminister. „Die Arbeit in Kinderhospizen unterscheidet sich grundlegend von der in Erwachsenenhospizen. Viele der Erwachsenen in Hospizen, oft hochbetagt, sind in den letzten Tagen ihres Lebens. Die Kinder benötigen aber häufig über deutlich längere Zeiträume Unterstützung“, sagte Gröhe. „Ich bedanke mich bei allen, die hier mehr als nur ihre Pflicht tun.“ An Helfer, Eltern und Kinder gewandt, ergänzte er: „Ich sage zu, dass wir ihre Belange weiter aufnehmen.“

Nerge bedankte sich für den Besuch: „Das zeigt uns sowie den Kindern und Eltern große Wertschätzung. Sie an der Seite zu haben, ist ein Geschenk.“ Warum die Arbeit des Kinderhospizes so wichtig ist? „Wir entlasten Kinder und Eltern. Den Eltern verschaffen wir eine Verschnaufpause, die sie für sich oder die Betreuung der Geschwister nutzen können.“

Eine große Herausforderung für die Kinderhospize ist die Finanzierung. Die Krankenkassen übernehmen nur etwa die Hälfte der Betreuungskosten von etwa 950 Euro pro Tag. Der Rest muss von den Eltern oder über Spenden finanziert werden. Die Sternenbrücke benötigt nach eigenen Angaben Spenden in Höhe von etwa 1,85 Millionen Euro pro Jahr.

Die Sternenbrücke wurde 2003 gegründet. Sie kümmert sich um Kinder und junge Erwachsenen bis 27 Jahre mit tödlichen Krankheiten. Seit der Gründung wurden nach Angaben der Einrichtung 500 Familien begleitet. 162 Kinder starben in dem Hospiz. Zu den häufigsten Kranheiten gehören Stoffwechselstörungen, Tumore, Entwicklungsstörungen und Schwerst-Mehrfach-Behinderungen.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 12:22 Uhr

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