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Pinneberger Tageblatt

29. September 2016 | 17:17 Uhr

Ein Wunder, was in die Tüte passt : Seit einem Jahr ist der Rotkreuz-Shop für Kleidung in der Dingstätte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Engagement in Pinneberg: Die DRK-Verantwortlichen ziehen ein positives Fazit.

Pinneberg | „20 Jahre lang bin ich mit dieser Idee schwanger gegangen“, sagt Susi Wohlers, Vorsitzende des DRK Pinneberg. Sie hätte aus Dänemark davon gehört. Vor einem Jahr, am 16. September 2015, wurde Wohlers Traum wahr: Der erste Rotkreuz-Shop im Kreis Pinneberg und bislang auch der Einzige eröffnete in der Dingstätte 45. Nun ist das Geschäft ein Jahr alt. Das wurde gestern Morgen bei Sekt, Kuchen und Kaffee gefeiert. Wohlers stieß ihr Glas auf die ehrenamtlichen Helfer an, ohne die die „Wundertüte“ nicht laufen würde. Es sind 28 an der Zahl. Und sie bedankte sich, „dass uns die anderen Geschäftsleute anerkennen“.

Zeit für ein Fazit, das positiv ausfällt: „Der Laden wird gut angenommen. Wir schreiben seit dem ersten Tag schwarze Zahlen“, sagt Wohlers. Das T-Shirt zu vier Euro, das Hemd und die Hose zu fünf Euro. Mehr als preiswert. An die 2000 Kleidungsstücke, Handtaschen und Haushaltswaren sind auf einer 214 Quadratmeter großen Fläche zu finden: vom Anzug übers Abendkleid bis zum feschen Dirndl. Alles von Bürgern gespendet.

„Ich komme oft hierher zum Einkaufen“, sagt Kerstin Schröder aus Tornesch, die für die ganze Familie nach Kleidung sucht und immer fündig wird. „Die Qualität der Ware ist gut und die Verkäuferinnen freundlich und fachmännisch“, fällt ihr Urteil aus. Keine Frage: Der DRK-Shop ist kein Abladeplatz für alte, schäbige Kleidung, darauf achten die Mitarbeiterinnen tunlichst. „Wenn ein Kleidungsstück verknittert ist, nehmen die Mitarbeiter erst das Bügeleisen in die Hand und hängen es dann auf den Bügel“, berichtet Wohlers.

Vom Flüchtling über Rentner bis hin zu gut situierten Leuten

Zu den Kunden, es sind bis zu 30 am Tag, gehören längst nicht nur Bedürftige. „Die Käufer kommen aus allen Schichten“, sagt Christin Klenzendorf, die den DRK-Shop leitet. Vom Flüchtling über Rentner bis hin zu gut situierten Leuten. Für die Geflüchteten gibt es am Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr „Shopping for free“. Die Menschen mit Migrationshintergrund können also kostenlos aus einen Kontingent Kleidungsstücke aussuchen. Wenn es mit der Sprache hapert, übersetzt Omar Hesso. Der Syrer gehört mit zum DRK-Team.

Über den Erfolg der „Wundertüte“ freut sich auch DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle, der zum Geburtstag gratulierte. Er freut sich über den Erfolg: „Allen Unkenrufen zum Trotz. Es gab Bedenkenträger“, räumt Kinle ein. Vielleicht ist es auch ein kleines Wunder, wie der Name schon sagt: „Er sollte schön klingen und neugierig machen“, sagt Wohlers, die den Namen vorschlug. Schon bald sei gescherzt worden: „Ein Wunder, was in die Tüte passt.“ Was wünschen sich die Verantwortlichen für die Zukunft? „Ich hoffe, dass der Laden noch bekannter wird“, sagt Wohlers. „Wir wollen interkultureller werden“, ergänzt Klenzendorf.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 15:00 Uhr

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