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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 11:39 Uhr

Sammelaktion für den guten Zweck : Schüler in Pinneberg ermöglichen 300 Impfungen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger sammeln etwa 150.000 Kunststoffdeckel gegen Kinderlähmung. Gesellschaft für Abfallwirtschaft begeistert.

Pinneberg | Joelin legt schnell noch Zettel und Stift bereit, dann klingelt es auch schon zur Pause. Die ersten Schüler stürmen heran. Joelin begrüßt sie und nimmt die Tüten in Empfang. Sie sind voller bunter Kunststoffdeckel. Joelin wiegt sie, notiert die Anzahl der Deckel, die auf einem Zettel an der Tüte steht. Dann lächelt sie den nächsten an. Die Elfjährige ist Schülerin an der Johannes-Brahms-Schule (JBS) in Pinneberg. Gemeinsam mit ihrer Klasse, der 6c, hatte sie die Idee, bei der Aktion „Deckel gegen Polio“ mitzumachen.

Das Prinzip ist einfach: Durch den Verkauf der Flaschenverschlüsse an Recyclingunternehmen werden Polio-Impfungen finanziert. „Mit 500 Deckeln können wir eine Impfung bezahlen“, erklärt Frank Schmuggerow, Präsident des Rotary Clubs Pinneberg, der die Aktion organisiert. Joelin zeigt stolz ihre Tüten. 2500 Deckel hat sie gesammelt. Die Elfjährige besuchte dafür sogar einen Getränkemarkt. Dank ihr können fünf Kinder vor der unheilbaren, hoch ansteckenden Kinderlähmung geschützt werden, die laut Schmuggerow vor allem in Afghanistan, im Iran und im Kongo verbreitet ist.

Joelin hat allein 2500 Verschlüsse zusammengetragen.
Joelin hat allein 2500 Verschlüsse zusammengetragen. Foto: Mertin

Ein Schüler schleppt eine riesige Mülltüte mit Deckeln heran. Sie stammen von Cola- und Mineralwasserflaschen. Was macht sie eigentlich so wertvoll? „Bei dem Kunststoff handelt es sich um High-density Polyethylen, chemisch gesehen kaum verkettet und dadurch sehr stabil“, erklärt Susanne Flor, bei der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (Gab) für den Bereich Umweltbildung zuständig. Es handele sich um reinen Kunststoff, der direkt verarbeitet werden könne. Die Industrie verwertet ihn etwa für Spielgeräte, Transportboxen, Sitze im Stadion – oder für Tische und Bänke, wie sie laut Schulleiterin Ortrud Bruhn im Innenhof der Schule stehen.

Nach 20 Minuten klingelt es wieder zum Unterricht. Das Foyer leert sich. Die Oberstufenschülerinnen Johanna Weyland und Janet Timm geben das Ergebnis einer Woche „Sammeln in jeder zweiten Pause“ bekannt: etwa 150.000 Deckel. Das entspricht etwa 300 Impfungen. Im Foyer der JBS herrscht Begeisterung. Schmuggerow sorgt nun dafür, dass sie zur Gab – Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung – gelangen. Dort kümmern sich Susanne Flor und ihr Team darum, dass sie von einem Kunststoffhersteller zu einem „hoffentlich guten Preis“ abgenommen werden. Flor sagt: „Wir sind seit einem Jahr dabei und begeistert, wie viel Enthusiasmus die Kinder in die Aktion stecken. Sie wird immer größer.“

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erstellt am 12.Okt.2016 | 15:00 Uhr

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