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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 16:38 Uhr

Grellfeldtwiete wird zur Ausweichroute : Schilder weg: Anwohner protestieren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Immer, wenn sich der Verkehr vor den Ampeln auf der Kieler Straße in Richtung Hamburg zurückstaue, nutzten Autofahrer, die ihren Weg in Richtung Ellerbek oder Pinneberg fortsetzen wollten, die Abkürzung.

Bönningstedt | Bis vor kurzem war die Verkehrslage in der Bönningstedter Grellfeldtwiete eher unauffällig: Die Verbindung zwischen der Kieler Straße (B4) und der Ellerbeker Straße war auf beiden Seiten mit dem Schild „Anlieger frei“ versehen. Zudem sind mehrere Bodenschwellen verbaut, damit die ausgewiesene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eingehalten wird.

Der Begriff Anlieger bezeichnet Personen, die in einer bestimmten rechtlichen Beziehung zu einem Grundstück stehen. Zu den Anliegern gehören  Bewohner von Häusern und Wohnungen in dieser Straße, Besucher dieser Bewohner und Lieferanten,  Hotelgäste,  Inhaber und Mitarbeiter von Geschäften, Büros, Praxen oder Kanzleien sowie deren Kunden, Patienten oder Mandanten.

Doch plötzlich waren die „Anlieger frei“-Schilder Ende vergangenen Jahres verschwunden: Mitarbeiter des Kreises Pinneberg hatten diese abmontiert, weil keine entsprechende Anordnung diese aufzustellen bei der Behörde vorliegt. „Seitdem hat sich der Durchgangsverkehr etwa vervierfacht“, berichtet Anwohner Dirk Rohde. Immer dann, wenn sich der Verkehr vor den Ampeln auf der Kieler Straße in Richtung Hamburg zurückstaue, nutzten Autofahrer, die ihren Weg in Richtung Ellerbek oder Pinneberg fortsetzen wollten, die Abkürzung durch die schmale Straße.

„Es ist ein Fiasko“, sagt Rohde im Gespräch mit dieser Zeitung. Schwere Lkw wichen Hindernissen des öfteren über den Gehweg aus. „Ich habe schon gesehen, wie Schulkinder vom Rad gesprungen sind, um nicht überfahren zu werden – so etwas geht überhaupt nicht“, schimpft der Anwohner. Zahlreiche Kinder und Jugendliche nutzten die Grellfeldtwiete, um über den Heinz-Oertel-Stieg zur Fußgängerampel über die Ellerbeker Straße zu gelangen.

Also handelte Rohde: Innerhalb kürzester Zeit sammelte er 81 Unterschriften, um seiner Beschwerde Nachdruck zu verleihen. Vorgestern Abend überreichte er Anschreiben und Listen der SPD-Ortsvorsitzenden Frauke Foth zur Weiterleitung an Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD).

„Ich vermute, dass Meyer wenig ausrichten kann, weil es sich hier um eine gemeindeeigene Straße handelt“, sagte Foth gestern auf Nachfrage. Weiterleiten werde sie die Unterlagen selbstverständlich trotzdem. „Außerdem nehme ich das Thema mit in den Arbeitskreis Verkehr“, kündigte sie an. Insbesondere, weil es sich um einen Schulweg handele, gehöre die Angelegenheit „ganz nach oben auf die Agenda“, sagte Foth weiter.

Kreissprecher Oliver Carstens bestätigte, dass die Schilder am 3. Dezember 2015 seitens der Behörde entfernt worden waren, weil sie widerrechtlich aufgestellt worden seien. „Aufgrund der vorliegenden Hinweise wird der Kreis aktiv werden und kurzfristig einen Ortstermin anberaumen“, kündigte er an.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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