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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 22:57 Uhr

Das Lehrerzimmer platzt aus allen Nähten : Sanierung der Grund- und -Gemeinschaftsschule - 606.000 Euro sind genehmigt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Situation ist katastrophal: Das Verwaltungsgebäude müssen sich bis zu 70 Pädagogen teilen – geplant gewesen sei es ursprünglich für nur 23 Kollegen.

Pinneberg | Thomas Gerdes, Schulleiter der Grund- und -Gemeinschaftsschule (GuGs) im Quellental in Pinneberg, ist entrüstet. Seit bereits acht Jahren bemühen seine Kollegen und er sich um eine Sanierung der baufälligen Schulgebäude. Ein Neubau der Grund- und Gemeinschaftsschule? Zu teuer. Mit Kosten von etwa 20 Millionen Euro hatte die Stadt Pinneberg diese Idee verwerfen müssen. Zudem wäre ein Neubau enger und das Gelände kleiner geworden. Eine Komplettsanierung beliefe sich dagegen nur auf neun bis zehn Millionen Euro.

Es ist kein gutes Jahr für die Schulbausanierung in Pinneberg. Weil die Stadt bislang nur den Jahresabschluss 2009 vorgelegt hat, stehen lediglich 7,4 Millionen Euro und Verpflichtungsermächtigungen von 10,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel werden für die Sanierung der Schulen und den Bau der Westumgehung eingesetzt. So werden unter anderem 606.000 Euro in den Verwaltungstrakt der Grund- und Gemeinschaftsschule, 380.000 Euro in die Erweiterung des Hauptgebäudes an der Johann-Comenius-Schule und 141.000 Euro in die Erneuerung der NaWi-Räume der Johannes-Brahms-Schule investiert. ‐195.000 Euro fließen in den Bau von Räumen für Betreuungsgruppen an der Hans-Claussen-Grundschule. Wann diese Maßnahmen in Angriff genommen werden, steht allerdings noch nicht fest. Das kritisiert die SPD und fordert von der Verwaltung einen Sachstandsbericht. „Wir wollen von der Verwaltung wissen, was an Schulbausanierung dieses Jahr in Angriff genommen wird“, sagte  SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt im Gespräch. Ursprünglich sollten 2018 alle Schulen fertig saniert sein. Von dieser Zielrichtung geht niemand mehr aus. (erd)

Die Situation ist katastrophal: Das Verwaltungsgebäude müssen sich bis zu 70 Pädagogen teilen – geplant gewesen sei es ursprünglich für nur 23 Kollegen. Auch Konferenzen müssen in dem Lehrerzimmer gehalten werden, das aus den Nähten platzt. Vor zwei Jahren war der Beschluss der Ratsversammlung zur Komplettsanierung gefallen. Seitdem habe sich nicht viel getan. „Ich bin erzürnt, dass die Dinge sich immer wieder verzögern“, berichtet der Schulleiter. Ihm mangele es an Transparenz: „Wir haben keinen Fahrplan und keine Planungsgrundlage.“ Es sei unklar, wie viele Klassenräume genehmigt würden, dabei beeinflusse dies auch die Anzahl der Schüler in Zukunft. Doch ein Hoffnungsschimmer lodert: Für die Sanierung des Verwaltungstraktes wurden 606.000  Euro aus dem Haushalt 2016 der Stadt Pinneberg genehmigt, für den Umbau des Lehrschwimmbeckens 214.000 Euro.

Geplant sei zuerst die Sanierung des Hauses 1, das Lehrerzimmer und die Verwaltungsräume sollen nach Osten erweitert werden. Während der Baumaßnahmen sollen diese für ein Jahr ins Lehrschwimmbecken umziehen. Nach Abschluss des Baus werden die Schulsozialarbeit, der momentan zwei kleine Räume zustehen, und die offene Ganztagsschule in das Lehrschwimmbecken umsiedeln.

„Das zweite Haus wurde vor einigen Jahren saniert, aber alle anderen Gebäude müssen auch erneuert werden“, sagt Gerdes. Die Fundamente müssen wegen der Feuchtigkeit trockengelegt werden, die Fassade und das Dach saniert und auch im Innenbereich die alten Holzdecken renoviert werden. Als positiv hebt der Schulleiter die drei neuen naturwissenschaftlichen Räume hervor, zwei wurden dieses Jahr und einer im vergangenen Jahr erneuert. Nur noch ein allgemeiner NaWi-Raum fehlt noch.

Aus Eigeninitiative wird dieses Jahr der Ausbau eines Blockhauses für die Freizeitbeschäftigung geplant, der aus dem Schulbudget und einer Spende der Neuen GeWoGe Wohnungsbaugenossenschaft und der Volksbank Pinneberg-Elmshorn finanziert werden soll (diese Zeitung berichtete). „Durch unser pädagogisches Programm wollen wir weiterhin eine positive Außenwirkung erzielen“, beschreibt Gerdes. Und das mit Erfolg: Dieses Jahr wurde die Schule als Zukunftsschule Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Gerdes bleibt weiterhin optimistisch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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erstellt am 10.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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