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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 20:32 Uhr

Gekommen, um zu bleiben : Rewe will Bönningstedter Filiale weiter betreiben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Marktplatz: Das Unternehmen will Bönningstedter Filiale weiter betreiben – unabhängig von einer Erweiterung der Verkaufsfläche.

Bönningstedt | Nicht nur bundesweit machen die konkurrierenden Unternehmen Rewe und Edeka derzeit Schlagzeilen – auch in Bönningstedt sind die beiden Supermarktbetreiber in aller Munde. Wie berichtet, will der Hamburger Investor Zündorf an der Kieler Straße auf dem Gelände von Ford Bunge einen neuen Frischemarkt errichten. Das jedoch lehnt die Landesplanung ab.

Rewe dagegen würde seine Verkaufsfläche am Marktplatz gern vergrößern. Der Besitzer des Gebäudes, Rolf Mensching, hatte einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Bönningstedter Gremium eingereicht. Während seiner jüngsten Sitzung beriet das Gremium in nicht-öffentlicher Sitzung über die Pläne. Nach Informationen unserer Zeitung lehnte die Mehrheit der Politiker den Antrag ab.

„Ich bitte um Verständnis, dass ich aus laufenden Verfahren inhaltlich nichts berichten kann. Ich kann aber bestätigen, dass der Bauantrag und ein Antrag auf die Befreiung der Festsetzung des geltenden Bebauungsplans hier vorliegen und die Gemeinde an dem Verfahren beteiligt wurde“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens auf Anfrage. Eine abschließende Stellungnahme der Gemeinde zu dem Vorgang liege ihm noch nicht vor.

Klar ist damit aber, dass bevor eine bauliche Veränderung an dem Gebäude erfolgen kann, der entsprechende Bebauungsplan und auch der Flächennutzungsplan geändert werden müssen. Derzeit ist die betroffene Fläche als „Mischgebiet“ – also sowohl gewerbliche als auch nicht-gewerbliche Nutzung – ausgewiesen. Diese müsste in eine „Sondernutzungsfläche für Einzelhandel“ umgewandelt werden.

Nur ein Frischemarkt am Standort erlaubt

„Das letzte Schreiben der Landesplanung in der Angelegenheit verstehe ich so, dass einer Vergrößerung nur unter der Voraussetzung zugestimmt werden könnte, wenn kein weiterer Frischemarkt im Ort geplant ist“, erläuterte Carstens. So lange der Hamburger Investor also seinen Antrag für einen Edeka-Markt aufrecht erhalte, sei an eine größere Verkaufsfläche nicht zu denken. „Auch wenn der Antrag zurückgezogen wird, heißt das aber nicht automatisch, dass eine Erweiterung seitens der Landesplanung genehmigt wird“, erklärte Carstens weiter.

Die Frage, ob Rewe den Standort aufrecht erhalten wird auch wenn kein größerer Markt genehmigt wird, beantwortet Unternehmenssprecherin Daniela Beckmann so: „Auf jeden Fall wird die Filiale weiter betrieben, zumal die mietvertragliche Bindung über das Jahr 2030 hinausgeht.“ Auch wenn die gegebene Verkaufsflächengröße den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen würden, werde Rewe eine umfassende Modernisierung nach neuesten Nachhaltigkeitsgesichtspunkten anstreben. Das Unternehmen ist seit 1987 Mieter der Fläche am Markt.

„Wir gehen davon aus, dass der Eigentümer und Vermieter kurzfristig eine Änderung des Bebauungsplanes und gegebenenfalls des Flächennutzungsplanes beantragen wird“, sagt Beckmann weiter. Dieses Vorhaben benötige mehr Zeit und einen erhöhten finanziellen Einsatz. „Der Vermieter ist fest entschlossen, die Ortskernentwicklung in Bönningstedt insgesamt zu stärken, so wie es das Dorfentwicklungskonzept der Gemeinde Bönningstedt aus dem Jahre 2013 vorsieht“, betonte die Sprecherin.

Eigentümer Mensching will zunächst abwarten, bis ihm die schriftliche Begründung der Ablehnung vorliegt. „Wenn sich herausstellt, dass die Planung geändert werden muss, werden wir sie überarbeiten“, sagte er. Einen Termin zur öffentlichen Vorstellung der Pläne sei in Planung. „Ich habe nichts zu verbergen“, beteuerte er.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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