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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Resonanz überrascht Planer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgerbeteiligung 150 Einwohner wollen bei der Gestaltung von Borstel-Hohenraden mitwirken

„Es war der Gemeindevertretung wichtig, möglichst viele Vereine und Bürger in die Planungen einzubeziehen. Schließlich geht es um unser Dorf und wie es sich bis 2030 entwickeln soll. Da soll sich die Masse wiederfinden“, sagte Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU) bei der zweiten Bürgerbeteiligung zur Entwicklung des Ortsentwicklungskonzepts. Er forderte die Bürger auf, sich aktiv, aber auch kritisch einzubringen.

„Das ist eine Resonanz, mit der wir nicht gerechnet haben“, kommentierte Susanne Stepany von der AC Planergruppe angesichts der etwa 150 anwesenden Bürger. „Wir wollen Sie geistig und körperlich in Bewegung bringen“, verkündete sie. Fünfmal habe sich die Planungsgruppe bisher getroffen. „Dabei haben sich die Entwicklungsziele immer weiter verdichtet bis wir nun zum Nutzungs- und Strukturkonzept kommen“, sagte Martin Stepany.

Vier Schwerpunktthemen waren bisher erarbeitet worden. „Lebensader Quickborner Straße“, „Wachsendes Dorf“, „Lebendige Dorfmitte“ sowie „Wohnen für alle“. „Ich bin sehr froh, dass wir die Schwerpunkte so schnell herausarbeiten konnten“, so Martin Stepany. Wichtig sei vor allem, wer in der Gemeinde wohne. „Es soll kein abgeschottetes Dorf für Reiche, aber auch nicht nur für Sozialfälle werden“, sagte er. Dabei sei der Wunsch der Einwohner, den dörflichen Charakter beizubehalten. „Ich bin irritiert über den Begriff ,Lebensader Quickborner Straße‘. Da ist jegliche Investition vergeudet. Das ist ein Bereich, in dem man nicht leben möchte“, kommentierte ein Anwohner die Idee „Aufenthaltsbereiche“ entlang der Landesstraße zu schaffen. Markante Zufahrten zum Ort wurden ebenso von den Stadtplanern vorgeschlagen wie ein Beleuchtungskonzept für die Straße. „Bevor Sie alles andere planen, sollten Sie lieber eine Umgehungsstraße planen“, forderte ein Anwohner. „Das ist sicherlich illusorisch. Wir hoffen, dass Sie auch an dieser Straße leben können“, sagte Torsten Schibisch von der AC Planungsgruppe.

Die Idee zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum wurde hingegen unterstützt. Ebenso wie das Zusammenwachsen von den beiden Ortsteilen Borstel und Hohenraden. Das Dorf müsse wachsen. „Das ist wichtig, um Schule und Kita als Infrastruktur zu erhalten“, sagte Martin Stepany. Ein Drittel der benötigten 25 Kinder pro Jahr würde aus dem Dorf kommen. Zwei Drittel sollen durch Zuzug hinzukommen.

Dafür hatte der Stadtplaner den Bedarf von acht Wohneinheiten pro Jahr errechnet. Bis 2030 wären es 120 Wohneinheiten, für die eine Fläche von acht Hektar benötigt würden. Im Dorfkern mit Schule und Feuerwache könnte ein Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Weitere Wünsche waren ein Kunstrasenplatz und ein Jugendzentrum. Für Gelächter sorgte der Vorschlag eines Einwohners, ein Schwimmbad einzurichten. „Wir werden Ihre Vorschläge nun auswerten und am 10. November der Planungsgruppe vorstellen“, erläuterte Martin Stepany das weitere Vorgehen. Das nächste Treffen sei für den 7. Dezember geplant. Am 14. Dezember soll die Gemeindevertretung über das Konzept abstimmen.

„Das sind alles Ideen und Perspektiven, was man machen könnte. Es wird schwer, für die 13 Gemeindevertreter, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Harm Kähler (FWG). Er hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung: „Je mehr Anfragen, Kritik und Wünsche wir bekommen, desto besser wird es für alle. Es kann nur gut werden, wenn die Bürger, die hier leben oder hierher ziehen, die Idee mittragen.“

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