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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 17:42 Uhr

David Hock aus Pinneberg : Reporter bei den Paralympics: „Meine Füße sind meine Hände“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Für David Hock aus Pinneberg hat sich ein Traum erfüllt: Er fliegt nach Rio und berichtet als Reporter von den Paralympics.

Pinneberg | Seinen Laptop hat er fast immer dabei. Es ist das Arbeitswerkzeug von David Hock. Unverzichtbar. Am Montag wird der Pinneberger in ein Flugzeug auf dem Hamburger Airport steigen. Wenn am Mittwoch die paralympischen Sommerspiele im brasilianischen Rio eröffnet werden, erfüllt sich für den 19-Jährigen ein großer Traum. Er ist als Nachwuchsreporter bei den Spielen dabei und schreibt für die „Paralympics Zeitung“.

Die „Paralympics Zeitung“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Tagesspiegel und Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung (DGUV). Dazu gehört ein 22-köpfiges Team von Nachwuchsredakteuren aus Deutschland, Großbritannien und Brasilien, zu dem auch David Hock gehört. Die 18- bis 21-jährigen Reporter wurden über nationale Schreibwettbewerbe ermittelt. Sie berichten über die Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung und Inklusion.

„Ich habe einen dreifachen Bezug “, sagt David Hock, der mit einem blauen T-Shirt für das Inklusionsprojekt wirbt. Er ist selbst behindert. Ihm fehlen die Arme, er hat nur eine Hand mit drei Fingern am Schultergelenk. Sport liebt er über alles: Fußball, Basketball, Triathlon und Halbmarathon. „Weil mir wegen der fehlenden Arme die Schnelligkeit fehlt, mache ich Ausdauersport.“ Und drittens will David Hock in Rio weitere journalistische Erfahrungen sammeln.

Als Reporter hat sich der ehemalige Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Pinneberg, der in diesem Jahr sein Abitur mit dem Notendurchschnitt 1,2 ablegte, längst einen Namen gemacht. Er war Leiter der Online-Schülerzeitung „Pressident“, die mehrfach ausgezeichnet wurde.

Inspiriert durch den Film „Gold – Du kannst mehr als du denkst“, bewarb sich David Hock um den Reporterposten bei der „Paralympics Zeitung“ mit einem Motivationsschreiben und einem Artikel über die Olympiabewerbung Hamburgs. Die Olympischen Spiele hätten die Debatte um die Barrierefreiheit angestoßen, ist der Nachwuchsreporter überzeugt.

Initialzündung erwünscht

Auch von den Spielen in Rio wünscht sich David Hock eine Initialzündung: „Ich hoffe, dass die Paralympics den Menschen mit Behinderung zugute kommen und Akzente setzen“, sagt er und stellt klar: „Es nehmen Sportler daran teil, die das Maximum aus sich herausholen und die genau so viel Zeit investieren, wie ihre nicht behinderten Kollegen. Sportler, die versuchen, Beruf und Leistungssport zu vereinbaren.“

Im Mai war der Nachwuchsjournalist bereits auf einem Workshop in Rio de Janeiro, um sich mit seinen 22 Kollegen auf die Arbeit vom 7. bis zum 18. September vorzubereiten. Dann wird er übers Schwimmen berichten. Reportagen, Porträts schreiben. Auf seinem PC. „Meine Füße sind meine Hände. Mit dem Laptop komme ich bestens zurecht.“

Die „Paralympics Zeitung“ erscheint als Beilage in Tagesspiegel, Zeit und Handelsblatt. Das Partnermedium in Brasilien ist die Tageszeitung „O Globo“. Hock wird auch über seine eigenen sozialen Kanäle über die Paralympics berichten. Auf Instagram und Twitter findet man ihn unter dem Name: @davidhock97

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erstellt am 05.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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