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Pinneberger Tageblatt

30. Juni 2016 | 10:42 Uhr

Nein zum Flüchtlings-„Aufkauf“ : Rellinger Hauptausschuss plädiert einstimmig gegen Zwischenvermietung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Leere Betten für Asylbewerber: 2016 werden aber 240 Flüchtlinge erwartet.

Rellingen | Die mögliche Übernahme von Flüchtlingen aus anderen Kommunen, um eventuelle kostenträchtige Nichtbelegung von vorhandenen Asylbewerberplätzen auszuschließen: Diese vorab über die Homepage der Gemeinde Rellingen bekannt gewordene Diskussion lockte am Donnerstagabend zahlreiche Bürger in den Sitzungssaal des Rathauses. Besonders aus dem Umfeld Oberer Ehmschen, wo die Gemeinde für 54 Flüchtlinge Unterkünfte plant, wollten die Anwohner die weitere Vorgehensweise des Hauptausschusses live verfolgen. Der Ältestenrat positionierte sich ohne Wenn und Aber einstimmig: „Es wird keine zeitweise Zwischenvermietung geben.“

Es war besonders Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos), die den vorgelegten Maßnahmenkatalog verteidigte: Sie verstehe den Hauptausschuss als ein Gremium, das Strategien entwickeln müsse, um die Herausforderungen in der Flüchtlingskrise bewältigen zu können. Zurzeit gibt es in Rellingen 58 leere Betten für Asylbewerber. Dass die Verwaltung in ihrem Strategiepapier – Radtke: „Ich bin auch nicht glücklich über die Wortwahl“ – Gedanken wie „Es werden somit zeitweise Leerstände bei den Unterkünften – ohne Gegeneinnahmen aus Nutzungsentschädigungen und Mieten über das Sozialamt Pinneberg – zu Lasten der Gemeinde Rellingen entstehen“ entwickelt, sorgte im Vorfeld der Sitzung für Gesprächsstoff.

Doch, so Radtke und Dieter Beyrle (CDU), der die Sitzung leitete, müssten alle Verantwortlichen sich im Klaren sein, dass in 2016 etwa 5000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein aufgenommen würden. Radtke: „Die Prognose, dass Rellingen etwa 240 Flüchtlinge zugewiesen werden, hat Bestand.“

Während Martina Roy (CDU) hervorhob, dass noch gar nicht alle geplanten Unterkünfte in Rellingen fertig seien, aber die „Menschen auf der Flucht garantiert zu uns kommen werden“, brachte Eckhard Schlesselmann (CDU), Ratsherr und auch Vorsitzender des Bauausschusses, die Diskussion auf den Punkt: „Wir haben das Fundament für weitere Zuzüge geschaffen.“ Auch wenn zurzeit nicht alle Betten genutzt würden, „können wir somit die Belegung nach hinten strecken. Keiner in Rellingen will auswärtige Flüchtlinge aufnehmen.“

SPD-Fraktionschef Gunnar Koltzk beschloss mit drastischen Worten den Disput: „Wir sind gegen den Aufkauf von Flüchtlingen.“ Zu guter Letzt ließen sich die Rellinger Bürger noch ein Versprechen von Radtke geben: Sie werde sich beim DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle darüber informieren, ob der DRK-Seniorenwohnsitz im Oberen Ehmschen 53 eventuell zu Teilen als Flüchtlingsunterkunft geplant ist.

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erstellt am 05.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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