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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Umfrage : Reform: Sollte es zukünftig weniger Gemeinden geben?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bis zum Jahr 2022 sollen die zurzeit 1100 Gemeinden in Schleswig-Holstein auf 170 schrumpfen. Die Amtsebene soll laut SSW-Plänen vollständig verschwinden. Ist das sinnvoll?

Kreis Pinneberg | Der Aufschrei von vielen Bürgermeistern amtsangehöriger Gemeinden im Kreis Pinneberg ist laut. Kein Wunder. Es geht um ihre Zukunft. Eine Gebietsreform: Diesmal hat der SSW, die Partei der dänischen Minderheit in der Kieler Landesregierung, den Stein ins Rollen gebracht. Er fordert einen radikalen Schnitt. Bis zum Jahr 2022 sollen die zurzeit 1100 Gemeinden in Schleswig-Holstein auf 170 schrumpfen. Die Amtsebene soll laut SSW-Plänen vollständig verschwinden.

Auch die Grünen können sich vorstellen, dass aus Ämtern große Amtsgemeinden werden. Der Widerstand formiert sich. Das Amt Rantzau will schon heute Abend eine Resolution verabschieden. Tenor: Der Amtsausschuss tritt einer beabsichtigten Änderung der bestehenden Gemeinde- und Verwaltungsstrukturen energisch entgegen. Auch die Bürgermeister aus Klein Offenseth-Sparrieshoop, Günther Korff, und Seestermühe, Thorsten Rockel, lehnen die Fusionspläne kategorisch ab. Deutliche Kritik an dem SSW-Plan kommt auch von SPD-Politikern aus Klein Nordende und Seester.

Walter Rißler (CDU), Bürgermeister von Holm und Amtsvorsteher des Amts Moorrege, kritisiert den SSW Vorstoß. „Für mich ist es völliger Blödsinn, die Dörfer aufzulösen, und zu Großkommunen zu vereinigen“, sagt Rißler im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Einfluss der Bürger gehe dann völlig verloren. „Sollte das umgesetzt werden, wird das Ehrenamt beerdigt“, betont der Christdemokrat. Nach seiner Einschätzung würden die Zusammenlegungen nicht zu finanziellen Einsparungen führen. „Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass jede Fusion nicht billiger, sondern teurer geworden ist.“

Der SSW fordert jetzt Kommunen mit mindestens 8000 Einwohnern, besser noch mit 15.000 bis 20.000 Einwohnern – und will auch vor Zwangsfusionen nicht zurückschrecken. „Der eingeschlagene Weg ist völlig falsch und trägt unnötig zur Politikverdrossenheit bei“, betont Rockel.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 14:00 Uhr

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