zur Navigation springen

Bürgerdialog in Hasloh : Ralf Stegner wirbt für Gerechtigkeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender zu Gast in Hasloh.

Hasloh | Etwa 50 Besucher sind am Donnerstagabend der Einladung des SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner ins Hasloher Landhaus Schadendorf gefolgt. Die Begrüßung und Moderation des Abends übernahm Helge Neumann, SPD-Landtagskandidat des Wahlkreises 22, zu dem auch Hasloh zählt.

Neumann berichtete zunächst von den gemeinsamen Aktivitäten am Tag, darunter auch Hausbesuche in Quickborn. „Eine Frau öffnete die Tür und sagte nur ,Bitte keine CDU‘“, und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Stegner blickte auf das vergangene Jahr mit „folgenschweren Wahlen“ wie etwa die des US-Präsidenten Donald Trump zurück, bevor er auf die aktuelle Situation der Sozialdemokraten einging.

Martin Schulz beschert Neueintritte

„Wir haben viele Neueintritte seit der Wahl von Martin Schulz“, stellte Stegner fest. Er sei schon mehrfach gefragt worden, ob es denn angehen könne, dass jemand ohne Abitur Bundeskanzler werden könne. „Die meisten Deutschen haben kein Abitur“, betonte der Politiker. Seiner Ansicht nach sei Schulz ein Mensch, der nicht immer auf der Sonnenseite war, sein Leben jedoch wieder in den Griff bekommen habe.

Dann holte Stegner zum Rundumschlag aus. Das Oberthema: Gerechtigkeit. „Dafür muss die Politik die Rahmenbedingungen schaffen“, forderte er. Beispielsweise mit einer Bürgerversi  cherung, bei der das Solidaritätsprinzip gelte. „Viele beginnen heute etwa in handwerklichen Berufen mit 15, 16 Jahren zu arbeiten, haben ein geringes Einkommen und sterben im Durchschnitt zehn Jahre früher“, erklärte Stegner. Da sei es zynisch, die „Rente mit 70“ zu fordern. „Das erleben diese Menschen gar nicht mehr“, so Stegner weiter.

Beim Thema „Bildung“ erinnerte er daran, dass die SPD einst als Arbeiterbildungsverein gegründet worden sei. „Das heißt doch nicht, dass jeder Abitur machen muss, sondern dass jeder, der das kann, auch die Möglichkeit dazu bekommt“, betonte Stegner. Dem Ansinnen der CDU, die Gymnasien zu verpflichten, wieder neun Jahre lang bis zum Abitur zu unterrichten, erteilte der Politiker eine Absage. „Der mühsam erreichte Schulfrieden würde im Chaos aufgehen“, so seine Prophezeiung.

Viel wichtiger sei es, die Eltern mit kleinen Kindern zu entlasten. „Wir haben die Studiengebühren abgeschafft, aber dafür richtig hohe Kita-Gebühren – die müssen weg!“, rief Stegner. Jeder wisse, wie wichtig die frühkindliche Bildung sei, daher sollten Eltern gut überlegen, wo sie bei der Wahl ihr Kreuz machten.

Nationalisten erteilte Stegner eine klare Absage. „Ist es nicht schön, dass Deutschland ein Land der Hoffnung geworden ist?“, fragte er und erhielt spontanen Applaus. Für die SPD sei Humanität der Maßstab, deshalb lehne er auch die Abschiebung von Menschen nach Afghanistan ab. „Und im Übrigen: Bevor sie in Hasloh einen leibhaftigen Islamisten finden, werde sie eher vom Blitz erschlagen“, sagte Stegner.

Besucher stellen zahlreiche Fragen

Die Frage eines Besuchers, wie denn Rechtsextremisten zu bekämpfen seien, beantwortete Stegner mit „Paroli bieten!“. Er sei selbst schon bedroht und angezeigt worden und werde nicht müde, die Gegner hart mit Worten zu attackieren. „Es fängt mit der Suche nach Sündenböcken an, deshalb kann ich nur sagen: ,Wehret den Anfängen‘“, mahnte der Politiker.

Einige Besucher nutzen die Möglichkeit, Stegner Fragen zu stellen. Zur HSH-Nordbank, zur einfachen Sprache auf den Wahlscheinen, zur Infrastruktur – darunter speziell zum Bau der A  20. „Diese Autobahn ist von überragender Bedeutung, auch wenn wir nicht so viele Straßen bauen, sondern lieber den öffentlichen Nahverkehr fördern“, machte Stegner seine Position klar. Auf die Frage, wie es kleinen Kommunen gelingen soll, Gewerbe anzusiedeln, musste Stegner passen: „Das ist kompliziert, darauf kann ich keine pauschale Antwort geben“, sagte er.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen