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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Sozialer Wohnungsbau : Ralf Stegner betont die Bedeutung von Genossenschaften

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der SPD-Landeschef erklärt in Uetersen, warum die Pinnau besonders sozial und vorbildlich ist. Außerdem spricht er sich für schärfere Gesetze für Vermieter aus.

Uetersen | Vorbild im sozialen Wohnungsbau: Dieses Prädikat hat die Uetersener Wohnungsbaugenossenschaft Pinnau am Donnerstag von SPD-Landeschef Ralf Stegner bekommen. Der 56-Jährige war auf Wahlkreistour im Kreis Pinneberg. „Eine alteingesessene Baugenossenschaft, die so modern und nach Dringlichkeit arbeitet, ist vorbildlich“, sagte der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende.

Die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft wurde 1940 in Uetersen gegründet und hat etwa 1000 Mitglieder. Sie vermietet derzeit 632 Wohnungen in Uetersen. Aktuell baut die Genossenschaft an der Straße Am alten Sportplatz. Es entstehen 29 Sozialwohnungen. Die Baukosten betragen 4,3 Millionen Euro, eine Million Euro davon zahlt die Genossenschaft, der Rest kommt vom Land. Die Pinnau eG ist erreichbar unter Telefon 04122-714252 und hat ihren Sitz in der Mühlenstraße 7.

Was macht die Genossenschaft in Uetersen so sozial? Die Mieter zahlen zwischen 3,90 und 6,30 Euro pro Quadratmeter. Der Preis liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt in der Rosenstadt: 8,75 Euro. Der Vorstand der Genossenschaft arbeitet ehrenamtlich, bekommt pro Person gerade mal 450 Euro pro Monat. „Wir wollen unsere Mitglieder durch eine gute, sicherere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung fördern. Das steht so in unserer Satzung und genau danach arbeiten wir“, betonte Karl Gustav Tewes, erster Vorsitzender der Genossenschaft. „Das Land schnürt uns ein enges Korsett. Wir sind zu gewissen Mietpreisen verpflichtet, werden dafür aber auch gefördert“, so Tewes, der acht Jahre lang Bürgermeister in Uetersen war.

Stegner betonte die Notwendigkeit von Genossenschaften wie der Pinnau. „Sie fördern bezahlbaren Wohnraum und haben keine Renditeinteressen, wie sie private Unternehmen verfolgen.“ Stattdessen stehe das Gemeinwohl im Vordergrund. „Die Pinnau ist eine Perle der Genossenschaften im Kreis. Hier besteht noch ein Selbstverständnis von Genossenschaft“, pflichtete Thomas Hölck, SPD-Kreischef und wohnungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, bei. Der Wohnungsmarkt sei im Kreis Pinneberg deutlich angespannt. „Das ist auch der Stadt Hamburg geschuldet“, so Hölck. „Außerdem wächst unsere Bevölkerung und damit auch der Wohnraumbedarf“, sagte Stegner.

In der Hansestadt gilt zwar eine Mietpreisbremse, die werde aber oft von Vermietern umgangen. „Die Gesetze müssen verschärft werden. Vermieter müssen zum Beispiel dazu verpflichtet werden, die Verträge öffentlich zu machen“, forderte Stegner. Die Regelung, nicht mehr als zehn Prozent bei Nachmietern zu verlangen, könne dann nicht mehr einfach umgangen werden.

Im Land Schleswig-Holstein wurden viele Wohnungen und Container für Flüchtlinge angemietet, die derzeit leer stehen. Wieder für den Wohnungsmarkt freigeben möchte Stegner sie vorerst nicht. „Wir tendieren eher zur Vorsicht. Die Situation ist ja auch in der Türkei noch nicht gelöst.“

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erstellt am 08.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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