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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Qualität mit Potenzial zu mehr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kreis Pinneberg 96 Prozent der Unternehmen grundsätzlich mit dem Standort zufrieden / Nachholbedarf bei schnellem Internet

Es sind nicht nur Softwareentwickler und IT-Unternehmen, die auf schnelles Internet angewiesen sind. „Für jede Autowerkstatt ist ein Breitband-Anschluss ein entscheidender Standortvorteil“, erklärt Paul Raab von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel. Der Leiter der Zweigstelle Elmshorn macht deutlich, warum sein Verband sich so stark für den Netz-Ausbau einsetzt: In modernen Kfz-Werkstätten werden Analysegeräte an die Fahrzeuge angeschlossen, diese Daten gehen an zentrale Rechner, werden ausgewertet und landen wieder in der Werkstatt. Raab: „Und wenn dieser Datenfluss vier Stunden dauert, dann überlegt der Spediteur beim nächsten mal, ob er sein Fahrzeug nicht nach Hamburg in eine Werkstatt mit schnellerem Internet bringt.“

Neue Unterstützung für ihre Forderung erhält die IHK durch die Auswertung einer Umfrage bei Unternehmen, die im Kreis Pinneberg ansässig sind. Diese sollten den Standort ihre Unternehmens beurteilen. Den größten Handlungsbedarf sehen die Industrieunternehmen laut dieser Studie beim flächendeckenden Ausbau mit einem leistungsfähigen Breitband-Internet. „Wenn das nicht kommt, haben wir einen Standortnachteil“, macht Raab deutlich. Auf den weiteren Plätzen dieser Negativ-Liste liegen die Strompreise und die Verfügbarkeit von Facharbeitern.

Da der Kreis Pinneberg nicht auf alle dieser Faktoren Einfluss hat – die Strompreise werden beispielsweise an der Strombörse in Leipzig ausgehandelt –, bezieht sich Pinnebergs Landrat Oliver Stolz in seiner Stellungnahme vor allem auf den Breitbandausbau: „Auch wenn ich der Breitbandversorgung im Kreis Pinneberg nach dem klassischen Schulnotensystem noch ein ‚befriedigend‘ geben würde, so gibt es doch Versorgungslücken, die dringend geschlossen werden müssen. Insofern hoffe ich auf eine weitere Belebung der kommunalen Aktivitäten und Kooperationen.“ In der Summe kann sich Stolz aber über eine positive Beurteilung freuen: 94 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihren Standort als gut oder befriedigend. Nur drei Prozent geben an, dass sie einen neuen Standort außerhalb der Region suchen.

Und noch etwas zeichnet den Kreis Pinneberg aus: „Hier werden sehr werthaltige Güter produziert“, so Raab. Dieses lässt sich an der sogenannten Bruttowertschöpfung (siehe Kasten) der Industrie ablesen. Bundesweit ist diese im Untersuchungszeitraum von 2000 bis 2013 um 29,1 Prozent und
in Schleswig-Holstein um 16,5 Prozent gewachsen. Im Kreis hat dieser Index des verarbeitenden Gewerbes über die Jahre dagegen deutlich stärker zugenommen: 2013 liegt er gegenüber der Jahrtausendwende mit 47 Prozent klar über dem Bundesdurchschnitt.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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