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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:44 Uhr

Eine fast ganz normale Familie : Premiere der Musical-Company Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aufführung im Cap Polonio: Premiere des neuen Stücks der Musical-Company Pinneberg. Die Aufführung geht unter die Haut.

Pinneberg | Sie sehen auf den ersten Blick aus wie eine Familie aus dem Bilderbuch, Vater Dan Goodman, Mutter Diana und die beiden Kinder Gabriel und Natalie. Erst auf den zweiten Blick wird klar, normal ist hier eigentlich nichts: Diana leidet unter einer bipolaren Störung und wirbelt damit das Familienleben ordentlich durcheinander. Das ist die Ausgangssituation des Rock-Musicals „Next to normal – fast normal“ von Brian Yorkey und Tom Kitt, das die Pinneberger Musical Company am Donnerstag, 10. November, auf die Bühne des Cap Polonio bringen wird.

„Das Stück geht sehr unter die Haut“, sagt der Pressesprecher der Company, Andreas Hettwer. „Das Publikum kann sich ein Stück weit mit dazu denken.“ Denn die Zuhörer werden mitgerissen in eine Welt voller Doppeldeutigkeiten und Überraschungen. Der Produzent Martin Gosch, der selbst Sohn Gabriel spielt, führt aus: „Es ist sehr dramatisch, aber es gibt auch lustige Momente mit schallendem Gelächter. Das geht in Wellen auf und ab, das Stück lebt von sehr spontanen Stimmungswechseln.“

So wie sie Diana (Annika Gebhart/Nikola Frehse) mit ihrer Krankheit auch erlebt: Mal ist sie so aufgedreht, dass sie „alles in doppelter Geschwindigkeit“ macht, dann ist sie wieder wie gelähmt. Doch damit soll Schluss sein: Während sich schon die nächste Krise anbahnt, weil Töchterchen Natalie (Vivien Menzel/Lisa Westfalen) sich in den kiffenden Henry (Jan-Torben Schunck/Jan Pfeiffer) verliebt, schickt Dan (Arnfried Oprotkowitz) seine Frau zu den zwei völlig gegensätzlichen Ärzten Dr. Fine und Dr. Madden (beide Friedhelm Schlesch). Mit Hypnose und Schocktherapie gelingt es tatsächlich, die bipolare Störung zu beheben – doch nun hat Diana Gedächtnislücken. Ganz allmählich kommt ihre Erinnerung zurück und damit auch der Grund, warum sie überhaupt an der Krankheit litt. „Es ergibt ich für die Zuschauer ständig ein neues Bild. Es bekommt immer nur kleine Schübe an neuen Infos, und das macht das Stück so spannend“, findet Hettwer. Das fanden andere auch: Nach der Off-Broadway-Premiere 2008 wurde das außergewöhnliche Musical, das so packend mit dem ernsten Thema spielt, mit dem Tony-Award sowie dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Hatte die Musical Company oft auf Choreographien und aufwendige Kostüme und Bühnenbilder gesetzt, kommt „Next to normal“ ganz bescheiden daher: Ein Tisch, eine Krankenhaustrage und Stühle, viel mehr gibt es nicht. Stattdessen stehen innere Prozesse und Entwicklungen im Vordergrund, vermittelt durch ein ausgefeiltes Lichtkonzept und die Musik. Gefühlvolle Balladen wechseln sich ab mit Rocknummern. Und die haben es in sich: Bis zu fünfstimmig müssen die Darsteller singen. Begleitet werden sie live von einer sechsköpfigen erweiterten Rockband mit Geige. „Das Schöne an dem Stück ist, dass es nicht so blockhaft ist: Schauspiel und Gesang stehen nicht nebeneinander, sondern vermischen sich“, erläutert Gosch. Seit März proben die Darsteller und Musiker schon, in einer Woche geht’s endlich los.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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